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Reaktion auf Bürgerproteste : Bauernverband verteidigt Massentierhaltung

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Der Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommerns wehrt sich gegen Vorwürfe der Massentierhaltung und der industriellen Produktion. Auf die einzelnen Tiere habe die Größe der Anlagen keine Auswirkungen, so der Verband.

Schwerin | Der Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommerns wehrt sich gegen Vorwürfe der Massentierhaltung und der industriellen Produktion. Hintergrund sind Proteste unter anderem gegen den Bau von Anlagen für 400 000 Masthähnchen in Klein Daberkow (Mecklenburgische Seenplatte) oder für 10 500 Sauen in Alt Tellin (Mecklenburgische Seenplatte). Verbandspräsident Rainer Tietböhl sagte gestern in Schwerin, der sogenannten industriemäßigen Produktion etwa mit Melkrobotern und automatischer Fütterung habe die Gesellschaft eine bessere Qualität und Quantität der Produkte zu verdanken. "Wir haben eine Versorgungssicherheit, wie es sie noch nicht gegeben hat", betonte er. Die modernen Haltungsformen hätten zu Zuchtfortschritten, besserer Tiergesundheit und leichteren Arbeitsbedingungen geführt.

Auf die einzelnen Tiere habe die Größe der Anlagen keine Auswirkungen, so der Bauernverband. Die Studie zu Antibiotikaeinsätzen in der Hähnchenmast habe gezeigt, dass nicht große Anlagen viel und kleine wenig Medikamente einsetzen, sagte Gerd Göldnitz vom Geflügelwirtschaftsverband. Die Anlagengröße werde von der Ökonomie und der Logistik bestimmt: Ein Masthähnchenstall rentiere sich erst bei 40 000 Mastplätzen, für die eine Arbeitskraft nötig sei. Der Betrieb müsse jedoch genügend Flächen haben, um die Abprodukte zu verwerten. Sollten weniger Tiere gehalten werden, müsse das Fleisch teurer werden, erklärte die Schweinehalterin Dagmar Söhnholz. Wer heute 250 000 Euro in einen Arbeitsplatz investiere, müsse die Gewähr haben, in dem Stall 15 Jahre produzieren zu können.

Bauernpräsident Tietböhl räumte aber ein, dass sich die Landwirtschaft Gedanken machen müsse über die weitere Gestaltung der Tierhaltung mit immer größeren Anlagen. Auch im Ackerbau greife die "Gigantonomie" um sich, sagte er. Ein gesellschaftlicher Konsens zwischen Produzenten, Verbrauchern und Politik sei notwendig.

Allerdings: Die Landwirtschaft wie sie heute aussieht, ist ein Ergebnis der Politik, darin waren sich Vertreter von Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung einig. Es gibt kein Gesetz, das eine Obergrenze bei der Tierhaltung vorschreibt, erläuterte Matthias Nerstheimer vom Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost. Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland dürften aber keine Regelungen erlassen, die die hiesige Landwirtschaft gegenüber den Nachbarn benachteilige. Es müssten europäische Regelungen her, hieß es.

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erstellt am 09.Dez.2011 | 07:45 Uhr

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