Mecklenburg-Vorpommern : Bauern wollen mit Mahnfeuern gegen Agrarpaket protestieren

Die Mahnfeuer der Bauern sollen für Aufmerksamkeit sorgen. Hier bieten sie Gespräche an.
Die Mahnfeuer der Bauern sollen für Aufmerksamkeit sorgen. Hier bieten sie Gespräche an.

Die angekündigte Milliardenhilfe des Bundes für Landwirte hält die Bauern in Mecklenburg-Vorpommmern nicht von Protesten ab. Ein Streitpunkt bleibt die geplante Verschärfung der Düngeverordnung.

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01. Februar 2020, 08:13 Uhr

Mit mehreren Mahnfeuern wollen Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern am Samstag erneut auf die kritische Situation der regionalen Landwirtschaft aufmerksam machen.

An sieben Standorten von Neuburg (Nordwestmecklenburg), über Wittenburg bei Ludwigslust, Karnin bei Rostock und Dambeck bei Röbel (Mecklenburgische Seenplatte) wollen Bauern mit Verbrauchern ins Gespräch kommen.

Seit Wochen wird protestiert

Agrarbetriebe protestieren seit Wochen gegen das geplante Agrarpaket der Bundesregierung, das unter anderem strengere Umweltauflagen vorsieht. Sie fordern etwa, das Netz der Messstellen für Grundwasser zu überprüfen und strengere Düngeregeln nur dort vorzugeben, wo es wirklich Handlungsbedarf gibt.

Die Bauern im Nordosten hatten am Donnerstag die geplante Bereitstellung von einer Milliarde Euro über vier Jahre durch die Bundesregierung für Agrarumweltmaßnahmen abgelehnt. Nach Angaben der Initiative „Land schafft Verbindung“ hat das bisherige Messstellennetz, auf dem die Düngeverordnung beruht, gravierende Mängel. Das habe ein Gutachter in Nordrhein-Westfalen ermittelt.

Deshalb solle die Umsetzung der Düngeverordnung ausgesetzt werden, bis gesicherte Daten vorliegen.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat von den Bauern in dem Streit aber auch Bereitschaft zu Kompromissen verlangt. Die Agrardüngung habe unstrittig Belastungen im Grundwasser hinterlassen, sagte Backhaus zuletzt im Landtag. Jeder fünfte der 53 Grundwasserkörper im Nordosten habe überhöhte Nitratwerte.

Die Bauern befürchten auch geringere Erträge, wenn weniger Nährstoffe in die Böden gelangen dürfen. Zuletzt hatten sie mit großen Traktorenkorsos unter anderem in Berlin für ihre Belange gekämpft.

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