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Halloween-Kürbisse aus MV : Bauern pflücken „Panzerbeeren“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bauern bei Wismar holen nicht nur orangerote Hokkaido-Kürbisse vom Feld, sondern auch die jetzt wieder gefragten Halloween-Kürbisse

Ein wichtiges Utensil zu Halloween, der Kürbis, gedeiht selbst im Hinterland der Ostseeküste. Bei Wismar holen Bauern bis Mitte Oktober „Panzerbeeren“ vom Acker. Für den aus Südamerika stammenden Speisekürbis (lat.: Cucurbita), der botanisch zu den hartschaligen Beerenfrüchten zählt, bilde Mecklenburg-Vorpommern die nördliche Grenze, sagt Landwirt Michael Brink.

Sein Agrarbetrieb begann vor sechs Jahren in Steinhausen bei Neuburg mit dem Anbau. Seit drei Jahren wird das exotische Gemüse streng biologisch und in stetig wachsenden Mengen produziert.

Allerdings machte der frühe Kälteeinbruch in diesem Herbst den Biobauern zu schaffen. In Windeseile schnitten sie deshalb in diesen Tagen per Hand die wärmeliebenden Riesen von den Ranken auf dem eisigen Feld. Auch Schulklassen halfen bei der Kürbisernte mit. Dennoch werde wohl nicht der komplette Ertrag zu retten sein, etliche Kürbisse hätten bereits Frostschäden davongetragen und könnten nur noch an die Kühe verfüttert werden.

Alles in allem kämen dennoch sehr gute Erträge von der 7,5 Hektar großen Fläche zusammen: 240 Tonnen Hokkaido-Kürbis, das macht rund 200 000 Stück der japanischen Züchtung, dazu fünf Tonnen vom französischen „Muscat de Provence“ und ein, zwei Tonnen „Butternut“.

Bestens geraten seien in dieser Saison die auffallend orangefarbenen Halloween-Kürbisse. Mehr als zehn Tonnen der zum Reformationstag am 31. Oktober begehrten Kürbisse pflückten die Steinhausener in dieser Saison.

Die vor etwa zwei Jahrzehnten aus den USA nach Europa eingeführte Halloween-Sorte ist schmackhaft und mit ihrer besonders harten Schale auch gut zum Aushöhlen geeignet.

Für die Landwirte bedeuten die kiloschweren Riesen eine echte Herausforderung, wie Katrin Gröger, Mitarbeiterin des Agrarhofes Steinhausen, erklärt. „Nichts, was man maschinell machen könnte.“ Mitte Mai wurden 40 000 vorgezogene Pflanzen unter wärmende Maisstärke-Folie in die Erde gesetzt und angegossen, im Juni und Juli musste das Feld immer wieder manuell gehackt und von Unkraut befreit werden.

Von September bis Oktober läuft die Ernte, ebenfalls per Hand. Die empfindlichen Kürbisse müssen vorsichtig abgeschnitten, verladen, gewaschen, sortiert und verpackt werden. Das sei Schwerstarbeit. Ein Hokkaido-Kürbis wiege ein bis zwei Kilogramm, ein Halloween-Kürbis, ein „Atlantic Giant“ oder ein „Gelber Zentner“ aber mindestens zehnmal so viel.  

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