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Wegen langer Stallpflicht : Bauern etikettieren Freiland-Eier um

vom
Aus der Onlineredaktion

Vorerst nur noch Öko- oder Bodenhaltungseier. Haltern drohen Millionen-Verluste

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Etikettenwechsel im Eierregal: Durch die Stallpflicht für Geflügel in MV müssen die ersten Hennenhalter ab Samstag das Geschäft mit Freilandeiern einstellen. Für Landwirte in den Landkreisen Rostock, Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald endet heute die Zwölf-Wochen-Frist, in der sie Eier als Freilandeier verkaufen durften, obwohl die Tiere keinen Auslauf mehr haben. Künftig dürfen jene Eier nur noch als Eier aus Bodenhaltung verkauft werden, erklärte Silvia Ey, Chefin des Geflügelwirtschaftsverbandes MV gestern. Für Geflügelhalter in den Landkreisen Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und in Rostock endet die Frist am 5. Februar. Zuvor waren alle Versuche, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, gescheitert.

Aufwand in den Packstellen: Nach dem Ende der Frist gelegte Eier müssten mit der Registrier-Nummer für Bodenhaltung umdeklariert werden, sagte Ey. Vorhandene Verpackungen dürften nur noch verwendet werden, wenn der Aufdruck „Freilandhaltung“ nicht mehr sichtbar sei und mit dem Schriftzug „Bodenhaltung“ versehen werde: „Für viele Betriebe ein riesiger Aufwand“, meinte Ey. Damit darf der auf den Eiern gedruckte Produkt-Code nicht mit einer 1 für die Haltungsform Freiland beginnen, sondern mit einer 2 für Bodenhaltung. Das Land kündigte indes stichpunktartige Kontrollen in den Packstellen in MV an, teilte das Agrarministerium gestern mit.

Die Schäden durch die Vogelpest werden indes immer größer: Nach dem jüngsten Fall in Schwanheide (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat gestern auf dem betreffenden Geflügelhof das große Aufräumen begonnen. Zuvor waren alle 106 000 Legehennen getötet worden. Anderen Hennenhaltern drohen jetzt Millionenausfälle im Eiergeschäft. Beim Verkauf von Bodenhaltungs-Eiern gingen je Ei drei bis fünf Cent verloren, erklärte Ey. Das summiert sich: Etwa jedes zweite der mehr als 644 Millionen in MV 2015 produzierten Eier stammt aus Freilandhaltung, ermittelte das Statistische Amt. „Ein schwieriges Jahr für die Branche“, erklärte Ey und forderte einen staatlichen Verlustausgleich. Entsprechende Forderungen würden vom Land geprüft, hieß es. Auch müssten die EU-Richtlinien gelockert und wie bei Öko-Eiern auch bei Freilandeiern Ausnahmeregelungen gelten. Ohne eine entsprechende Lösung würden Freilandhalter in MV vor dem wirtschaftlichen Risiko zurückschrecken, meinte Ey.

Zumindest der Handel steht vorerst zu den Hennenhaltern in MV: Die Sky-Märkte würden ihren bisherigen Lieferanten die Treue halten, erklärte Sky-Sprecherin Sabine Pfautsch gestern in Kiel. Während der Stallpflicht würden die Sky-Märkte keine Eier aus Freilandhaltung anbieten. Auch Edeka Nord stellt den Verkauf von Eiern aus konventioneller Freilandhaltung bis auf Weiteres ein, teilte das Unternehmen mit. Die Märkte wollten aber ihre Ware „weiterhin bei den selben Lieferanten beziehen“.  

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