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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 19:04 Uhr

Bauermeister bleibt Allein-Regent

vom

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2012 | 07:37 Uhr

Rostock | Bis zu 50 Millionen Euro investiert die Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero) jährlich. Bislang verantwortet Ulrich Bauermeister diese Großprojekte als Geschäftsführer allein. Aber das soll sich ändern: Bauermeister soll einen Co-Chef bekommen, der ihm zur Seite steht - und ihm auf die Finger schaut. Die Besetzung der brisanten Personalie ist gestern jedoch ins Stocken geraten. Im Hauptausschuss wurde der entscheidende Beschluss vertagt. Der Grund: Bislang ist der Streit um die Bestellung von Aufsichtsratsmitgliedern noch nicht geklärt.

"Wie sollen wir den Aufsichtsrat mit der Suche nach einem neuen Geschäftsführer beauftragen, wenn er durch das Handeln des Oberbürgermeisters am Rande der Arbeitsfähigkeit ist", fragt SPD-Fraktionsvorsitzender Steffen Wandschneider. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hatte aufgrund angeblicher Verfahrensfehler Widerspruch eingelegt - und so den Einzug von SPD-Mann Erhard Sauter in den Aufsichtsrat verhindert. Noch ist hier keine abschließende Entscheidung getroffen. Helmut Schmidt (CDU), selbst Mitglied im Hero-Aufsichtsrat, widersprach Wandschneider: "Aus meiner Sicht besteht kein Problem. Von sechs Aufsichtratsmitgliedern sind fünf immer da." Dennoch wurde die Vorlage mit knapper Mehrheit vertagt.

Bei der Hero ist das Vier-Augen-Prinzip, zu dem sich die Hansestadt verpflichtet hat, trotz der großen ökonomischen Bedeutung, die die GmbH erfüllt, bislang nicht umgesetzt. Allerdings: Die Stadt ist nicht alleinige Gesellschafterin. Auch das Land hält Anteile an der Hero. Laut Vertrag muss die Gesellschafterversammlung über die Anzahl der Geschäftsführer entscheiden. Zwar habe der Aufsichtsrat bereits 2008 eine entsprechende Empfehlung an die Gesellschafterversammlung ausgesprochen. Das Land als Mitgesellschafter ist diesem bisher nicht gefolgt. Darum sollen nun noch einmal Verhandlungen mit dem Land aufgenommen werden.

Aber: Nicht nur die Stelle des zweiten Geschäftsführers könnte bald zur Debatte stehen. Denn auch die Verlängerung des Anstellungsvertrages von Bauermeister dürfte auf die Tagesordnung drängen. Zwar hatte die Bürgerschaft beschlossen, Bauermeister über den Renteneintritt hinaus als Hero-Chef zu beschäftigen - auch vor dem Hintergrund, einen Co-Chef einzuarbeiten. Auch dagegen hatte Methling jedoch Widerspruch eingelegt.

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