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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 23:31 Uhr

Bauboom in MV sorgt für neue Jobs

vom

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2012 | 10:06 Uhr

Schwerin | Am Bau klingen wieder die Kassen: Die Geschäfte laufen so gut wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Mit knapp zwei Milliarden Euro setzen die Unternehmen in MV im vergangenen Jahr soviel um wie zuletzt 2003, teilte das Statistische Amt gestern in Schwerin mit - ein Anstieg von 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit fiel der Zuwachs stärker aus als im Bundesschnitt: Zwischen Rügen und Bodensee stieg der Umsatz um 12,5 Prozent.

Hochbau, Tiefbau: In allen Bereichen wächst die Branche zweistellig. "Die Konjunkturprogramme und die gute wirtschaftliche Entwicklung haben dazu beigetragen, dass die Branche einstellt und Auftraggeber manchmal schon Wartezeiten einkalkulieren müssen", erklärte Bauminister Harry Glawe (CDU). Zuwächse vor allem aber im Wohnungsbau: In November nahmen die Auftragseingänge um 67 Prozent zu, ermittelte der Baugewerbeverband - übers gesamte Jahr um 25,5 Prozent. In den unsicheren Zeiten der Finanzkrise steckten Verbraucher ihr Geld lieber in sichere Immobilien. "Die Kunden investieren in Beton-Gold", beobachtet Dieter Jurgeit, Vorstandschef der PSD Bank Nord - vor allem in die Gebäudemodernisierung.

Verband bleibt vorsichtig

Aber auch der Neubau steigt: Im ersten Halbjahr 2011 erteilten die Ämter deutlich mehr Baugenehmigungen - ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum, Aufträge u. a. für rund 2400 Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser in MV. Das bringt Arbeit: Der Bau stellte 2011 insgesamt 300 neue Leute ein, die Beschäftigtenzahl in MV stieg um 1,3 Prozent auf 16 267. Neue Jobs auch in diesem Jahr: So sucht der Fertighausbauer Scanhaus in Marlow 25 Monteure, so Firmenchef Ulrich Gienke.

Aus der Krise kommt die Baubranche trotzdem nicht: Es sei nicht abschätzbar, wann die Firmen "das Tal der Tränen" hinter sich hätten, meinte Prof. Carl Thümecke, Präsident des Bauverbandes MV. Dem Boom auf dem Wohnungsmarkt stehen rückläufige Geschäfte im öffentlichen Bau gegenüber. "Wir leben auf Kosten der Zukunft."

Die Umsatzzuwächse im 2011 seien lediglich auf statistische Effekte zurückzuführen, erklärte Thümecke. Nach dem "desaströsen Jahr 2010" mit monatelangen, witterungsbedingten Baustopps, seien viele Aufträge erst 2011 erledigt worden. Für 2012 erwarten die Bauleute nichts Gutes. Während die Branche bundesweit von einem moderaten Wachstum ausgeht, überwiegt in den Baufirmen in MV die Skepsis. Kostensteigerungen von 30 Prozent vermasseln das Geschäft. Der Aufwand könne kaum auf Kunden umgelegt werden, so Thümecke.

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