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Scandlines : Bau der Fähren verzögert sich weiter

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Für die P+S-Werften wird die Lage immer schwieriger. Wie sich jetzt herausstellte, verschiebt sich der Ablieferungstermine für die beiden Scandlines-Fähren noch weiter.

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2012 | 02:29 Uhr

Stralsund | Einem Papier aus dem Wirtschaftsministerium zufolge, wird die letzte der zwei Fähren erst im April 2013 - und damit knapp ein Jahr später als ursprünglich geplant - fertiggestellt sein. Vertretern des Landes habe P+S-Geschäftsführer Rüdiger Fuchs am 13. August gegenüber eingeräumt, dass sich für die beiden Fährschiffe eine weitere Verzögerung von mindestens drei bis vier Monaten ergebe, geht aus dem Papier hervor. Ein Sprecher der Werft bestätigte gestern neuerliche Verzögerung.

Zuletzt waren als offizielle Auslieferungstermine für die Fähren der 28. September und der 11. November genannt worden. Die eine Fähre wird nun vermutlich um den Jahreswechsel fertig sein, die zweite dann im April.

Fuchs hatte am 7. August die Werftenleitung übernommen und knapp zwei Wochen später verkünden müssen, dass der Rettungsplan seiner Vorgänger für die Werften in Stralsund und Wolgast nicht aufgeht. Vor allem wegen der mehrfach verschobenen Auslieferung von Schiffen spitzten sich die Zahlungsschwierigkeiten erheblich zu. Das Land zog daraufhin die Notbremse und stoppte die Auszahlung der staatlich verbürgten Rettungsbeihilfen im Umfang von insgesamt 152 Millionen Euro. Obwohl sich Fuchs nach eigenen Angaben seit Dienstag bemüht, Kunden und Zulieferer für ein neues Rettungspaket zu gewinnen, um die drohende Insolvenz abzuwenden, wartet Scandlines noch auf ein klärendes Gespräch. "Bis zu diesem Zeitpunkt hat uns die Werft allerdings nicht mit konkreten Lösungsvorschlägen kontaktiert", stellte Scandlines-Geschäftsführer Poulsgaard Jensen fest.

Kritik äußerte der Stralsunder Betriebsrat Jürgen Kräplin an der Aussage des Finanzstaatssekretär Jost Mediger, der im NDR-Nordmagazin vom Donnerstagabend gesagt hatte, dass das Land "außerordentlich skeptisch" sei, dass Fuchs eine Rettung gelinge. "Es ist unverantwortlich, in dieser Phase der Rettungsbemühungen eine solche Aussage zu treffen", sagte Kräplin.

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