Wohnen für Ältere : Barrierefrei heißt das Zauberwort

Blick auf Schweriner Plattenbauten: Der Umbau von Wohnungen wird gefördert.
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Blick auf Schweriner Plattenbauten: Der Umbau von Wohnungen wird gefördert.

Wohnungsunternehmen im Nordosten reagieren auf Bedürfnisse älterer Mieter – Staatliche Unterstützung für Umbau

svz.de von
03. Dezember 2014, 20:35 Uhr

Die kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen Mecklenburg-Vorpommerns stellen sich auf die Bedürfnisse ihrer älter werdenden Mieter ein. Der barrierefreie Umbau mehrgeschossiger Häuser werde in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen, sagte Roland Blank von der Landesarbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen gestern auf dem Verbandstag in Göhren-Lebbin.

Um die Mieten nicht ausufern zu lassen, sei eine staatliche Unterstützung der Umbauten unerlässlich. „Die bisherige Förderung reicht noch nicht aus“, sagte Blank und forderte von Bund und Land Verlässlichkeit in der staatlichen Wohnraumförderung. Kritisch äußerte er sich zur verzögerten Änderung der Landesgesetze. Das neue Wohnungsbaufördergesetz habe erst zur Jahresmitte vorgelegen, so dass 2014 kaum Fördermittel geflossen seien. Nach Angaben Blanks investierten die 143 Mitgliedsunternehmen im Land im zu Ende gehenden Jahr rund 350 Millionen Euro in Sanierung und Neubau von Wohnungen.

„Es liegt im Interesse der Gesellschaft, dass Menschen so lange wie möglich in ihrem angestammten Umfeld bleiben können. Dafür müssen die Wohnungen angepasst werden“, sagte der Verbandsgeschäftsführer. Als positiv wertete er, dass der Einbau von Aufzügen vom Land nun bezuschusst werde. Im Doppelhaushalt 2014/2015 waren dafür 10 Millionen Euro eingestellt worden.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller betonte, dass es Ziel der SPD/CDU-Regierung sei, für Ältere und Behinderte möglichst lange eine selbstständige Haushaltsführung in gewohnter Umgebung zu ermöglichen. „Die Große Koalition stellt sich den Herausforderungen des demografischen Wandels. Auf Initiative der CDU-Fraktion wurde für den Doppelhaushalt 2014/2015 ein Sonderprogramm aufgelegt, mit dem mehr bezahlbarer, barrierearmer Wohnraum in den Grund-, Mittel- und Oberzentren geschaffen wird“, erklärte Waldmüller. Bei derart geförderten Projekten dürften die Kosten für den alten- und behindertengerechte Umbau nicht auf die Mieten umgelegt werden. „Damit bleibt barrierearmes Wohnen für die Mieterinnen und Mieter auch bezahlbar“, sagte Waldmüller.

Die genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungsunternehmen in MV bewirtschaften laut Blank 283 000 Wohnungen, gut die Hälfte des gesamten Bestandes im Land. Mehrere tausend Wohnungen, vornehmlich in Plattenbaugebieten, wurden seit 1990 abgerissen, der Bestand zu über 90 Prozent modernisiert. Die Leerstandsquote bei den Wohnungsunternehmen des Landes sank von 11,2 Prozent 2003 auf inzwischen 6,7 Prozent.

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