Schwaan : Bankräuber vor Gericht

2010 berichtete  die Bützower Zeitung über den Überfall auf die Schwaaner Bank. Damals ahnte noch keiner, dass die Täter aus der Region kommen.
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2010 berichtete die Bützower Zeitung über den Überfall auf die Schwaaner Bank. Damals ahnte noch keiner, dass die Täter aus der Region kommen.

Drei Männer aus Schwaan und Bröbberow sollen im April 2010 Geldautomat der VR-Bank in Schwaan gesprengt haben

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04. Januar 2016, 21:00 Uhr

Dieses Ereignis sorgte seinerzeit für viel Aufregung und Gesprächsstoff in Schwaan: Vor fast sechs Jahren, in der Nacht zum Freitag, 23. April 2010, wurde der Geldautomat der Volks- und Raiffeisenbank in der August-Bebel-Straße in Schwaan gesprengt. Das Bankgebäude wurde damals erheblich beschädigt. Es war ein Glück, dass den Bewohnern in dem Haus nichts passierte. Nun stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht. Heute begann die Verhandlung vor dem Landgericht Rostock.

Angeklagt sind zwei Männer aus Schwaan (31 und 52 Jahre) und ein Mann (30) aus Bröbberow. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt sie, in der Nacht des 23. April 2010, kurz vor 3 Uhr, in Schwaan den Geldautomaten der Volks-und Raiffeisenbank gesprengt zu haben und mit einer Beute von 75 000 Euro entkommen zu sein.

Sie gingen bandenmäßig vor, heißt es in der Anklageschrift. Die beiden Jüngeren hätten die Filiale durch den Haupteingang betreten, einen Sprengsatz mit Zündschnur an dem Geldautomaten befestigt und dann von außen die Sprengladung gezündet. Der Ältere habe Schmiere gestanden. Mit einem zuvor gestohlenem Auto verließen die Bankräuber den Tatort. Das Geld teilten sie unter sich auf. Der 52-Jährige hätte 12 000 Euro erhalten. Die Beute bestand fast ausschließlich aus Fünf-, Zehn-, und 20-Euro-Scheinen.

Die Angeklagten wollten sich gestern zu den Tatvorwürfen nicht äußern. Aber in einem Gespräch mit allen Gerichtsbeteiligten schlug der Anwalt des Mannes aus Bröbberow vor, dass sein Mandant ein volles Geständnis ablegen würde, wenn er im Gegenzug noch eine Bewährungsstrafe bekäme. Der Staatsanwalt lehnte dieses Ansinnen ab. Die Angeklagten hätten einen Schaden von mehr als 100 000 Euro verursacht und dabei noch fünf Familien, die in dem Haus wohnten, in große Gefahr gebracht. Sieben bis acht Jahre Haft würde er dafür beantragen. Damit wurde das Gespräch ergebnislos beendet.

Ein Bewohner des Bankhauses wurde gestern als Zeuge gehört. Wenn auch mehr als fünf Jahre vergangen sind, so hatte er die Nacht des 23. April 2010 noch nicht vergessen. Er hätte nicht schlafen können und sei in die Küche gegangen. Von dort aus hätte er ein unbeleuchtetes Auto gesehen, das ganz langsam zum Haupteingang der Bank fuhr. „Kurze Zeit darauf vernahm ich das bekannte Geräusch der sich selbstständig öffnenden Glastür“, berichtete er. Dann hätte es einen lauten Knall gegeben. „Ich hörte Männerstimmen, die sich etwas zuriefen und dann scharrende Geräusche.“ Er habe gleich die Polizei gerufen. Die Explosion sei so stark gewesen, dass sogar Fenster aus dem Rahmen gehoben wurden.

 

Eine Mitarbeiterin der Volks- und Raiffeisenbank berichtete über die Schäden, die durch den Überfall an der Bank entstanden sind. Neben dem Geldautomaten und der Alarmanlage, die neu installiert werden mussten, waren auch umfangreiche Renovierungsarbeiten am Bankhaus nötig, sagte sie.

Die Angeklagten sind in den Gerichten des Landes keine Unbekannten. Aufgrund eines anonymen Anrufes und den Kauf eines Motorrades, das in kleinen Scheinen bezahlt wurde, kamen ihnen die Ermittler auf die Spur. Am 6. Januar wird mit den Plädoyers gerechnet.

 

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