zur Navigation springen

Geldhäuser : Banken dünnen in MV Filialnetz aus

vom
Aus der Onlineredaktion

Im Nordwestkreis und Schwerin ist jeder dritte Schalter geschlossen

svz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Rückzug aus der Fläche: Deutschlands Geldhäuser bauen in Städten und Gemeinden in MV ihre Zelte ab. Seit dem Jahr 2000 haben die Kreditinstitute ihr Filialnetz zwischen Boizenburg und Pasewalk teilweise um mehr als einem Drittel ausgedünnt, ermittelten Volkswirte der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in einer jetzt vorgestellten Marktanalyse. Vor allem im Nordwestkreis und in Schwerin: Dort sei mehr als jede dritte Filiale geschlossen worden, im Landkreis Ludwigslust-Parchim zwischen 15 und 30 Prozent in Vorpommern-Rügen. Allein in der Region Rostock hätten die Geldhäuser das Filialnetz unverändert gelassen oder gar ausgebaut.

Ein bundesweiter Trend: Seit dem Jahr 2000 seien in Deutschland jährlich zwei Prozent der Standorte geschlossen worden – in 15 fast 10200 Filialen, besonders in ländlichen Regionen. Erst zu Jahresbeginn hatte erst der Branchenprimus Deutsche Bank angekündigt, in diesem Jahr ein Drittel der 20 Außenstellen in MV schließen zu wollen - in Hagenow, Teterow, Torgelow, Wolgast, Ribnitz-Damgarten, Bad Doberan und Bergen. Längere Wege auch für Kunden der Raiffeisenbank Büchen, Crivitz, Hagenow, Plate: Die Genossenschaftsbank zieht in vier Filialen das Personal ab und wandelt die Standorte in Selbstbedienungsterminals um – in Leezen, Rastow, Picher und Müssen in Schleswig-Holstein. Einsparungen zudem bei den Sparkassen: So machten die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute in MV, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahrzehnten von 2056 Filialen 669 dicht – in MV 45 von 247.

Die Prognosen sehen nicht besser aus: Bis 2035 erwarten die KfW-Analysten in MV weitere Filialschließungen. Die derzeit ermittelte „geringe Filialdichte“ werde zumindest in den Kreisen Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald wie in den anderen Landkreisen auch auf ein „sehr geringes“ Niveau sinken. Bundesweit werden 2035 über die Hälfte der noch im Jahr 2000 existierenden Filialen geschlossen sein, prognostizieren die KfW-Experten

Die Landesregierung sieht die Geldversorgung in MV dennoch gesichert. Es seien keine regionalen Probleme der Bargeldversorgung im ländlichen Raum bekannt, teilte das Finanzministerium auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage mit. Angesichts des zunehmenden Umfangs von online-Banking habe sich die Bedeutung des Bargelds verändert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen