Infos zu neuen, europaweiten Lastschriftverfahren : Banken ändern ihre Geschäftsbedingungen

Europa wächst weiter zusammen, auch beim Zahlungsverkehr. Foto: dpa
Europa wächst weiter zusammen, auch beim Zahlungsverkehr. Foto: dpa

Der Zahlungsverkehr in der Eurozone soll einheitlich werden. Deshalb ändern die Banken am 9. Juli ihre Geschäftsbedingungen. Mit der neuen SEPA-Basislastschrift wird das Lastschriftverfahren dann in ganz Europa möglich.

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05. Juli 2012, 12:21 Uhr

Der Zahlungsverkehr in der Eurozone soll einheitlich werden. Deshalb ändern die Banken am 9. Juli ihre Geschäftsbedingungen. Mit der neuen SEPA-Basislastschrift wird das Lastschriftverfahren dann in ganz Europa möglich sein. Hintergründe dazu hat dpa-Korrespondent Falk Zielke zusammengetragen.

Warum ändern die Banken ihre Geschäftsbedingungen?

Ab 9. Juli werden mit Einführung der SEPA-Basislastschrift und dem SEPA-Lastschriftmandat grenzüberschreitende Lastschriften in der Eurozone möglich. Deshalb ändern die Banken ihre Geschäftsbedingungen.

Was bedeutet SEPA?

SEPA steht für Single Euro Payments Area - den einheitlichen Binnenmarkt im Euro-Zahlungsverkehr. Er soll bis zum 1. Februar 2014 errichtet werden. Verbraucher und Unternehmen sollen damit grenzüberschreitend genauso einfach mit Überweisungen, Lastschriften, Karten bezahlen können wie im Inland. "Mit den Änderungen der Geschäftsbedingungen für SEPA-Basislastschriften wird dieser Übergang jetzt vorbereitet", sagt Steffen Steudel von der Deutschen Kreditwirtschaft.

Welche Länder gehören dazu?

Dazu gehören die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union plus Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz.

Was ändert sich für Kunden?

Kunden können entspannt bleiben. "Für sie ändert sich in der Praxis nicht viel", sagt Kerstin Altendorf vom Bundesverband der deutschen Banken in Berlin. Alle bisher erteilten Einzugsermächtigungen gelten weiterhin. "Das heißt, dass beispielsweise der Vermieter oder der Sportverein die Zahlungen weiter wie bisher einziehen kann", erläutert Altendorf. Denn die neuen SEPA-Basislastschriften funktionieren in der Praxis nicht anders als die bisher in Deutschland bekannten Lastschriftverfahren per Einzugsermächtigung.

Was ist eine SEPA-Basislastschrift?

Mit der SEPA-Basislastschrift kann man - wie bei dem bislang genutzten Lastschriftverfahren - per Einzugsermächtigung Zahlungen leisten. Die Miete zum Beispiel oder den Beitrag für den Sportverein.

Neu ist, dass künftig auch Lastschriften in andere europäische Länder möglich sind. "Das ging bisher nicht", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Mit der SEPA-Basislastschrift können im gesamten SEPA-Raum entsprechende Zahlungen in Euro getätigt werden. "Sie können zum Beispiel eine Zeitung in Frankreich abonnieren und das Abo dann per Lastschrift bezahlen", erklärt Kerstin Altendorf. Zu diesem Zweck wird neben der SEPA-Basislastschrift das sogenannte SEPA-Lastschriftmandat eingeführt.

Was ist das SEPA-Lastschriftmandat?

Das ist das europäische Pendant der Einzugsermächtigung. "Damit ermächtigt der Kontoinhaber einen Zahlungsempfänger, etwa seinen Stromanbieter, Zahlungen von seinem Konto per Lastschrift einzuziehen", sagt Verbraucherschützer Nauhauser. Zugleich gibt der Kontoinhaber mit dem SEPA-Lastschriftmandat seiner Bank die Erlaubnis, den Betrag von seinem Konto abzubuchen und auf das Konto des Zahlungsempfängers weiterzureichen. Die Zahlung ist damit vom Kontoinhaber von vornherein genehmigt.

Können Verbraucher den Lastschriften widersprechen?

Ja. Neu sind jedoch die Fristen "Bisher hatte man dazu sechs Wochen ab Rechnungsabschluss Zeit", erklärt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Jetzt sind es acht Wochen ab Abbuchung." Sollte der Zahlungsempfänger aber tatsächlich einen Anspruch auf die Zahlung haben, bleibt dieser Anspruch unabhängig von der Rückabwicklung der Lastschriftzahlung bestehen. "Der Erstattungsanspruch befreit nicht von den Zahlungspflichten gegenüber einem Gläubiger", sagt Kerstin Altendorf vom Bundesverband der deutschen Banken. Nicht geändert hat sich die Frist für den Widerspruch bei einer unberechtigten Lastschrift: "Hier gilt nach wie vor die gesetzliche Rückerstattungsfrist von 13 Monaten."


Teilt mir meine Bank mit, dass sich die AGB ändern?

"Ihre Bank informiert Sie schriftlich über die Änderungen der Geschäftsbedingungen. Sie müssen das im Prinzip nur zur Kenntnis nehmen", sagt Steffen Steudel.

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