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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 22:50 Uhr

Balzgesänge statt Nahrungssuche

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jan.2012 | 07:20 Uhr

Bis zu zwölf Grad zu Jahresbeginn und vielerorts noch keine einzige Schneeflocke. Dieser Winter ist ungewöhnlich warm. Bei den Tieren sorgt das Klima teilweise für Verwirrung - und in der Pflanzenwelt treibt es ungewöhnliche Blüten.

Wie wirken sich die milden Temperaturen auf Tiere und Pflanzen aus?

Die Tiere haben weniger Kältestress: Sie verbrauchen nicht so viel Energie, um die Körpertemperatur zu halten, wie Felix Grützmacher vom Naturschutzbund Deutschland erläutert. "Sie verbrennen weniger Fett und müssen nicht so viel Energie in die Nahrungssuche stecken." Besonders viele Vögel, wie der Eisvogel oder die Schleiereule, hätten in sehr kalten Wintern Probleme, durch die Schnee- und Eisdecke ausreichend Beute zu fangen. "Ganz verrückt ist, dass manche Vögel, wie die Kohlmeise und der Kleiber, schon mit ihren Balzgesängen begonnen haben", so Grützmacher. In einem normalen Winter hätte statt dessen die Nahrungssuche Priorität.

Bei den Pflanzen ist es demnach ähnlich. An manchen Orten sprießen schon die ersten Krokusse. "Wenn es jetzt so weitergeht, kommen bald die ersten Schneeglöckchen", so der Experte. Das sei aber nicht so ungewöhnlich. Nur wenn es dann noch mal richtig friere, werde das zum Problem.

Wird es im Frühjahr oder Sommer wegen des warmen Winters eine Insekten-Plage geben?

Nach den Worten von Grützmacher ist das oft eine Fehleinschätzung. Die meisten Insekten, wie Mücken, sind an sehr kalte Winter angepasst. "Für die Insekten ist es eher schwierig, wenn es starke Temperaturschwankungen gibt."


Schadet die Wärme manchen Tieren?

"Eigentlich nicht", meint der Naturschutzexperte. Manche Tiere würden zwar mal aus dem Winterschlaf aufwachen, das passiere aber auch in kälteren Wintern. "Zum Beispiel Fledermäuse sind kurzzeitig mal wach und man sieht sie auch in wärmeren Phasen in normalen Wintern mal fliegen. Dann schlafen sie aber wieder ein", so Grützmacher.

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