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Sassnitz : Bahn will Gleisnetz im Fährhafen nicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dafür entdecken andere Unternehmen den Wirtschaftsstandort an der Kaikante in Sassnitz

Die Deutsche Bahn zieht Konsequenzen aus dem rückläufigen Bahnverkehr im Fährhafen Sassnitz und will sich vom Normalspurnetz trennen. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, ist die Nutzung der Schieneninfrastruktur aufgrund diverser Veränderungen der vergangenen Jahre stark zurückgegangen. Als Grund für den Einbruch nannte die Bahn die Verlegung der Güterverkehre der Reederei Stena Line nach Rostock und den weiterhin sehr geringen Fährverkehr über Breitspur zwischen Russland und Deutschland.

Konkret sucht die Deutsche Bahn einen neuen Betreiber für das Normalspurnetz mit 130 Hektar Land und 48 Kilometern Gleisen. Vor fünf Jahren hatte sie sich bereits vom dortigen Breitspurnetz getrennt. Das übernahm der Fährhafen.

Der nun angestrebte Verkauf der Normalspurinfrastruktur von DB Netz an den Fährhafen kommt für das Schweriner Verkehrsministeriums „nicht überraschend“. Unstrittig sei, dass die zu DDR-Zeiten aus politischen Gründen errichteten Bahnanlagen für heutige Verhältnisse überdimensioniert seien und in dem Umfang nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten, sagte ein Sprecher.

Entgegen dem Landestrend ist der Umschlag im Fährhafen Sassnitz, der seit kurzem unter dem Namen Mukran Port firmiert, seit Jahren rückläufig. Längst versucht sich der Hafen, der vor 30 Jahren mit seinem 27 Kilometer langen russischen Breitspurgleisen als logistischer Brückenkopf in die Sowjetunion eröffnet wurde, als Wirtschaftsstandort an der Kaikante und als Basis für Offhore-Windparks zu profilieren, um damit Umschlagseinbrüche zu kompensieren.

Nach Angaben des Fährhafens wurden im Jahr 2005 noch rund 70  000 Eisenbahnwaggons umgeschlagen. Im vergangenen Jahr waren es noch 1500 Waggons. Auch der Gesamtumschlag im Hafen ist stark rückläufig – von rund 5 Millionen Tonnen Güter im Jahr 2005 auf knapp 1,6 Millionen Tonnen in 2015. Als Grund dafür gilt die weiterhin schwierige Anbindung an das Festland über die Straße – trotz des Neubaus der dreispurigen Bundesstraße 96n auf der Insel Rügen.

Nach Angaben des Fährhafens sind durch Wirtschaftsansiedlungen auf dem Gelände inzwischen rund 600 Arbeitsplätze entstanden. Für die Windparks „Wikinger“ und „Arkona“, die vor Deutschlands größter Insel entstehen, rechnet der Hafen mit jeweils 100 bis 150 Arbeitsplätzen.

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