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MV-Bahnhöfe sollen profitieren : Bahn will 700 Millionen Euro investieren

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Die Deutsche Bahn und die Landesregierung wollen mehr Fernreisende per Bahn nach MV locken. Dafür sollen 700 Millionen Euro in Bahnhöfe in Schwerin, Bad Kleinen, Neubrandenburg und Rehna investiert werden.

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2013 | 07:21 Uhr

Schwerin | Die Deutsche Bahn und die Landesregierung wollen mehr Fernreisende per Bahn nach Mecklenburg-Vorpommern locken. Urlaubs- und Städtereisen sowie Angebote für Kreuzfahrttouristen, die von Rostock aus Tagestouren unternehmen, sollen die Auslastung der Fernzüge verbessern. Nach dem "Bahngipfel" gestern in Schwerin kündigten Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Bahn-Chef Rüdiger Grube gestern zudem an, den Fährhafen Mukran auf Rügen besser ans Bahnnetz anzubinden.

Im Gegensatz zum Rest der Republik stagnierte 2012 die Zahl der Fernfahrgäste in Mecklenburg-Vorpommern bei gut einer Million. Sollte die Bahn weiter Fahrgäste im Fernverkehr verlieren, droht der Betrieb einiger Strecken unrentabel zu werden. Notfalls müsste das Land gestrichene Fernverkehrsverbindungen durch Regionalzüge ersetzen, um für die in Fernzügen mitfahrenden regionalen Pendler Ersatz zu schaffen. Den Einsatz müsste das Land bezahlen.

Grube kündigte an, dass in der ersten Juni-Hälfte die Bauarbeiten an der Strecke Rostock-Berlin beendet sein werden. Derzeit müssen die Fahrgäste weite Umwege und Verspätungen in Kauf nehmen, um von der Ostsee in die Bundeshauptstadt zu fahren. Demnächst soll die Fahrt auf direktem Weg weniger als zwei Stunden dauern. Außerdem können auf der Strecke dann Güterzüge mit schwereren Lasten als bisher zum Rostocker Hafen rollen.

Der Bahn-Chef widersprach Vorwürfen, sein Unternehmen wolle Mecklenburg-Vorpommern vom Bahnnetz abkoppeln. "Das ist Quatsch." Die Deutsche Bahn werde in den nächsten fünf Jahren 700 Millionen Euro im Nordosten investieren. Davon würden auch die Bahnhöfe in Schwerin, Bad Kleinen, Neubrandenburg und Rehna profitieren.

Für den Bau der Darßbahn fehle indes noch Geld, so Grube und Sellering. Beide demonstrierten Optimismus, die Finanzen irgendwann auftreiben zu können. Keine Rolle spielte auf dem Bahngipfel ein neuer Gleisbogen bei Bad Kleinen, der aus Sicht der Wirtschaft für den Güterverkehr wichtig wäre. Auch der Wiederaufbau der alten Karniner Brücke nach Usedom war kein Thema. Der CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Eifler will an beiden Projekten festhalten. Er forderte die Bahn auf, ungenutzte Bahnhöfe zu verkaufen. "Vielfach erwartet den Reisenden leider ein schockierendes Bild von Verfall und Zerstörung. Dies schadet dem Image des Tourismuslandes."

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