Razzia in Gadebusch : Bahn um 700 000 Euro geprellt

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02. Juli 2014, 20:45 Uhr

Vier junge Männer aus Hamburg sollen die Deutsche Bahn durch den Betrug mit Online-Tickets um rund 700 000 Euro geprellt haben. Die 18 bis 26 Jahre alten Verdächtigen sitzen wegen Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrugs in Untersuchungshaft, wie der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, Carsten Rinio, gestern sagte. In mehr als 4000 Fällen sollen sie mit illegal erlangten Kreditkartendaten „in betrügerischer Absicht“ Online-Tickets bei der Bahn bestellt und sie dann über Internet-Portale verkauft haben, hieß es bei der Bundespolizei.

Die Bundespolizei hatte die Männer am Dienstag in Hamburg festgenommen – es gab bereits Haftbefehle gegen sie. An dem Einsatz waren insgesamt rund 220 Beamte der Bundespolizei aus Rostock, Uelzen, Berlin und weiteren Orten beteiligt. Sie durchsuchten den Angaben zufolge neun Wohnungen in Hamburg, eine Wohnung in Seevetal (Niedersachsen) und eine Wohnung in Gadebusch. „Es konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, darunter Notebooks, Mobiltelefone, EC-Karten und Dokumente“, so Matthias Menge von der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. Die verhafteten Beschuldigten, zwei deutsche und zwei türkische Staatsangehörige aus Hamburg, wurden dem Haftrichter vorgeführt. Der Beschuldigte aus Gadebusch ist weiter auf freiem Fuß. Gegen ihn hätten keine Haftgründe vorgelegen, so Menge.

Wie die Verdächtigen an die Kreditkartendaten kamen, konnten weder die Staatsanwaltschaft noch die Bundespolizei sagen. Die mutmaßlichen Betrüger sollen die Datensätze jeweils mehrfach verwendet haben. Sie seien davon ausgegangen, dass die Kreditkartenbesitzer nach der Abbuchung für die Online-Tickets Widerspruch einlegen – und die Deutsche Bahn den Kaufpreis nicht bekommt. Die Ermittlungen gehen weiter.

Potentielle Kunden der Bahn sollten bei Ticketangeboten zu Niedrigpreisen skeptisch sein. „Wenn jemanden Fahrkarten für die Strecke Hamburg-München für 40 Euro im Internet angeboten bekommt, sollte er darüber nachdenken, ob dieser Preise reell ist oder nicht“, so Matthias Menge.

Die Internet-Kriminalität nimmt seit Jahren zu. In einigen Fällen hatten beispielsweise Kunden über das Internet Waren bestellt, ersteigert, bezahlt – aber nie erhalten. Die Täter legten sich hierfür falsche Identitäten zu und fälschten Ausweise, um Waren in Empfang nehmen zu können. Einen noch drastischeren Anstieg registrierten die Ermittler bei der Computerkriminalität, vor allem beim Ausspähen von Passwörtern.

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