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Bahn-Konkurrenz übernimmt Ola-Mitarbeiter

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erstellt am 25.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Rostock | Für Mecklenburg-Vorpommerns erste Privatbahn ist der Zug abgefahren: Die Bahntochter Ostseelandverkehr (Ola) des französischen Veolia-Konzerns und des Schweriner Nahverkehrs (NVS) kann den Auftrag für den Betrieb der Bahnstrecke Lübeck-Bützow-Neubrandenburg-Stettin endgültig in den Wind schreiben. Eine Beschwerde des Unternehmens gegen die Auftragsvergabe an die Deutsche Bahn wurde zurückgewiesen, teilte das Oberlandesgericht Rostock gestern mit. Mitte 2012 hatte der Ola-Mutterkonzern seiner Tochtergesellschaft überraschend untersagt, sich an der Ausschreibung für die Bahnstrecke im Ost-West-Verkehrsnetz zu beteiligen. Zur Verblüffung des Konzerns reichte ein Mitarbeiter doch die Unterlagen ein und kündigte - bevor der Mutter-Konzern das Angebot erneut stoppte. Mittlerweile hat das Land der Deutschen Bahn den Zuschlag gegeben. Dagegen ging die Ola juristisch vor.

Mit der Entscheidung scheint das Ende der Ola im Nahverkehr besiegelt : 110 Mitarbeiter stünden vor einer ungewissen Zukunft, reagierte Ola-Betriebsratschef Joachim Borrmann enttäuscht auf die Gerichtsentscheidung. Die Bahntochter des französischen Veolia-Konzerns steht ab Dezember 2013 ohne Auftrag im Schienennahverkehr da. Auch über die Notvergabe des Bahnbetriebs auf der bisherigen Stammstrecke Rehna-Schwerin-Parchim lässt das Land nach dem in der Branche nahezu einmaligen Auftragsverfahren des Velia-Konzerns nicht mehr mit sich verhandeln. Noch steht zwar eine Gerichtsentscheidung über eine entsprechende Beschwerde gegen den Verhandlungsausschluss aus. In der Branche werden der Ola allerdings kaum Chancen eingeräumt.

Aufgeben will Ola-Chef Andreas Winter aber noch nicht: Züge, Personal, Werkstatt: Alles sei einsatzbereit. Das Unternehmen wolle sich deshalb an der noch ausstehenden Ausschreibung für den Nahverkehr auf den Strecken Rehna-Schwerin-Parchim und der Mecklenburgischen Südbahn zwischen Hagenow und Parchim sowie Waren und Neustrelitz bewerben, kündigte Winter gestern an. Das dürfte aber noch dauern: Anfang 2014 werde die Ausschreibung zwar europaweit bekanntgegeben, sie erfolge allerdings erst Anfang 2015, teilte das Verkehrsministerium gestern mit.

Indes scheint es zumindest für bis zu 50 der 110 Kollegen eine neue berufliche Zukunft zu geben. So hat die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) angekündigt, 30 Jobs für Triebfahrzeugführer und Servicemitarbeiter auf der Strecke Rehna-Parchim Ola-Mitarbeitern zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 anbieten zu wollen. Die Kollegen könnten sich bewerben, sicherte Odeg-Chef Schuchmann. Die Odeg erwarte die Mitarbeiter "mit offenen Armen". Betriebsrat Borrmann zufolge habe inzwischen auch die Deutsche Bahn angekündigt, 20 Kollegen übernehmen zu wollen. Bereits heute solle es erste Bewerbungsgespräche geben.

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