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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 22:06 Uhr

Naturschutz : Bagger zerstören die Meere

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fast ein Drittel der in deutschen Nord- und Ostseegebieten lebenden Fische und Organismen ist gefährdet

Fast 30 Prozent der in deutschen Nord- und Ostseegebieten lebenden Fische und Meeresorganismen sind gefährdet. Sie stehen auf einer neuen Roten Liste, die gestern vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlicht wurde. Tatsächlich könnte die Zahl der gefährdeten Spezies aber noch höher liegen.

Insgesamt hatten Experten etwa 1700 Arten von Fischen, bodenlebenden Wirbellosen und Großalgen untersucht; 30 Prozent sind demnach gefährdet. Auf der Liste stehen auch Knorpelfische wie Dornhai und Glattrochen. Ihre kritische Lage hat sich laut BfN verschärft.

Hauptursache dafür sei das viel zu intensive Fischen mit Grundschleppnetzen, das selbst in den Meeresschutzgebieten weitgehend unreguliert stattfinde. Zudem beeinträchtigten die Netze die am Meeresgrund vorkommenden Organismen wie Schwämme und Muscheln und die Lebensgemeinschaften der Sandkorallenriffe. Von den bei früheren Analysen untersuchten 9000 Arten an Land- und Süßwasserorganismen stehen sogar 45 Prozent auf der Roten Liste.

„Damit scheint die Situation in den Meeren mit 30 Prozent Rote-Listen-Arten deutlich besser zu sein, doch der Eindruck täuscht“, zitiert das BfN seine Präsidentin Beate Jessel. Denn: Bei einem Drittel der Meeresspezies gebe es noch nicht genug Informationen, um die Gefährdung hinreichend einzuschätzen. Nur knapp 31 Prozent aller erfassten marinen Arten gelten nach bisheriger Erfahrung als ungefährdet.

Neben der Bodenfischerei tragen nach Meinung der Experten zwei weitere Faktoren besonders zur Gefährdung der Arten bei. Zum einen werden Abwässer und Düngemittelreste in die Meere geleitet und erhöhen den Nährstoffgehalt. Dadurch bilden sich verstärkt Mikroalgen, die den Lichteinfall in größeren Tiefen verringern. Die Abwässer schaden nach Aussage der BfN-Experten vielen Großalgen und den sogenannten Filtrierern unter den wirbellosen Tieren. Außerdem zerstören maritimer Kiesabbau und Baggerarbeiten den Lebensraum von Arten, die fest auf dem Meeresboden sitzen. Lediglich der Seehund ist nicht bedroht.


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