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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 00:40 Uhr

Bäderbahn wirft Kinder aus dem Zug

vom

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2012 | 07:03 Uhr

Usedom | Eigentlich wollten die 36 Jugendlichen nach ihrer Konfirmandenfreizeit auf der Insel Usedom nur wieder nach Hause fahren. Doch das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Denn als nach dem Einsteigen der Reisegruppe der Zug der Usedomer Bäderbahn von Zinnowitz nach Züssow zu voll geworden war, schickte die Zugbegleiterin die Jugendlichen allesamt zurück auf den Bahnsteig, wie der Nordkurier berichtete.

"Natürlich bedauern wir, dass es zu Unannehmlichkeiten gekommen ist. Aber hätten die Betreuer die Kinder drei Tage vor Fahrtantritt als Gruppe angemeldet - wie es die Beförderungsbestimmungen vorschreiben - hätten wir die Kapazitäten dem Bedarf angepasst", sagte gestern UBB-Geschäftsführer Jörgen Boße. Doch so habe sich die Bahn nicht auf das Mehr an Fahrtgästen einstellen können. Der Zug sei zu voll gewesen.

Aus dem ganzen Kirchenkreis - aus Neubrandenburg, Burg Stargard, aus Friedland und Neustrelitz - waren die 36 Konfirmanden auf die Insel gereist. Für ihre Heimreise hatten sich zwei Mitarbeiter von Pfarrer Eckhard Kändler aus Woldegk, der die Reise mitorganisiert hatte, zusammen mit den Jugendlichen zum Zinnowitzer Bahnhof begeben, um Zugfahrkarten zu kaufen und eine geeignete Verbindung auch für die weiteren Anschlüsse zu finden. Einen ganzen Tag vor deren Rückfahrt. "Da das MV-Ticket, auf dem fünf Personen mitfahren können, günstiger war als eine Gruppenfahrt, haben die Teilnehmer diese Karten gekauft und sich von der Mitarbeiterin am Schalter für eben jenen Zug die Verbindung ausdrucken lassen", berichtet Kändler. Spätestens da hätte ein Hinweis auf ein mögliches Beförderungsproblem erfolgen müssen, findet der Pfarrer. "Auf den Gedankensprung, dass wir die Fünfergruppen ebenfalls als Gruppe hätten anmelden müssen, sind wir nicht gekommen." Und die Verkäuferin habe sie nicht auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. "Obwohl sie gesehen haben muss, wie viele mitfahren."

Es kam, wie es kommen musste. Der Zug war voll. Und die Zugbegleiterin drückte ob der drei oder vier Kinder, die noch auf dem Bahnsteig standen, kein Auge zu und komplementierte die Gruppe wieder aus dem Zug. "Ich habe die UBB schon voller gesehen. Mit ein bisschen gutem Willen, wäre das gegangen", macht der Vater Erwin Stöhlmacher seinem Unmut Luft. Aufgrund des Rauswurfs konnten die Kinder ihre Anschlüsse nicht schaffen und mussten ihre Eltern kontaktieren. Mit elf Pkw mussten sie die Jugendlichen zum Teil aus 75 Kilometer weit entfernten Orten abholen. "So mit Kindern umzugehen - das spricht nicht für die Bahn", sagt Stöhlmacher. Dass eine Zugreise trotz guter Planung ein solches Glücksspiel sei, hat Stöhlmacher schockiert.

Jörgen Boße entschuldigt sich zwar für den unglücklichen Verlauf der Fahrt. Er sehe aber bislang kein Fehlverhalten seiner Mitarbeiter. "Allerdings sind wir auch noch dabei, die Angelegenheit aufzuklären", so der UBB-Chef. Dazu müssten nun die Fahrscheine vorgelegt werden.

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