Insolvenz : Bäcker-Pleite kostet 160 Stellen

Das Firmenschild prangt noch am einstigen Produktionsstandort im Sternberger Gewerbegebiet Rachower Moor.
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Das Firmenschild prangt noch am einstigen Produktionsstandort im Sternberger Gewerbegebiet Rachower Moor.

Aus für die „7 Seen Bäckerei“ aus Sternberg betrifft Personal, aber nicht die Immobilie

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24. Juli 2014, 07:45 Uhr

Der insolvente „7 Seen Bäcker“ aus dem Sternberger Gewerbegebiet Rachower Moor (SVZ berichtete) ist auch für den vom Amtsgericht Schwerin bestellten Insolvenzverwalter Björn Junge aus Rostock kein ganz normaler Fall. Gläubiger können noch bis 12. August ihre Forderungen schriftlich anmelden.

 „Ich habe mich in Sternberg nur um eine Bäckerei mit ihren Beschäftigten zu kümmern. Die Immobilie ist nicht Bestandteil“, erläutert Junge. Letztere hat nach wie vor dessen Rechtsanwalts-Kollege Andreas  Franz (Schwerin) in seinem „Bestand“ aus der Vorgänger-Insolvenz der Back-Manufaktur GmbH.  Die Immobilie, so Junge,  „sollte gekauft werden, was aber nie geschehen ist“.

Die beiden Gesellschafter des erst im Frühjahr 2013 gegründeten 7-Seen-Bäckers, Wilfried Schütte und Friederich Landgraf,   hatten  am 28. Mai einen Eigenantrag auf Insolvenz gestellt. Zuvor seien beim Schweriner  Amtsgericht, wie SVZ erfuhr, allerdings bereits einige andere Anträge auf Insolvenz eingegangen. Darunter von der Techniker-Krankenkasse, wie Kevin Nowotka, Pressesprecher der TK in Mecklenburg-Vorpommern“, auf SVZ-Nachfrage bestätigte.

Strelaback und Firma in Ostholstein mit betroffen

Was die genaue Zahl der Arbeitskräfte betrifft, die von der aktuellen Pleite betroffen sind, so meinte Junge dazu: „Wenn ich das so genau wüsste…“ Anspielend auf die Tatsache, dass zu den unterschiedlichsten Zeiten Leute gingen bzw. immer noch Ansprüche (Lohn etc.) stellen.

 Zugleich muss Junge sich um  gleich drei Standorte kümmern, die Teil des Insolvenzverfahrens sind: Neben Sternberg geht es auch um Strelaback in Stralsund sowie die „Landbäckerei Grundmann“ in Ostholstein, die die 7-Seen-Bäcker-Geschäftsführer  um den Jahreswechsel herum als Hoffnungsträger erwarben, um sie schnell wieder zu schließen. „Insgesamt sind über 160 Leute involviert mit ihren Arbeitsverhältnissen“, betont Junge gegenüber SVZ, „darunter 45 in Sternberg, inclusive Verkäuferinnen in den Filialen.“ Diese gab es u.a. in Schwerin, Hagenow, Grevesmühlen, Klütz, Rostock, Wismar, Insel Poel und  Sternberg.

Wie es weitergeht und ob überhaupt noch einmal im Rachower Moor die Backöfen angehen werden, steht in den Sternen. Zumal  der  Sternberger Standort einiges durch hat: Es war  nämlich bereits die dritte  Firmen-Pleite innerhalb von kaum mehr als drei Jahren. Bereits bei der „Back-Manufaktur“,  dem  Nachfolger des „Sternberger Bäcker“,  wollte Schütte   im Februar 2012  als Mitgesellschafter einsteigen.

Junge: „Wenn es einen Gesellschafter gibt, der sagt: Ich will hier backen, ich suche mir 20 Bäcker, kaufe Mehl –, dann kann theoretisch morgen das Licht angehen. Ob das freilich einer macht, ist die andere Frage.“

Der Betrieb von Schütte und Landgraf  war  in der Konstellation jedenfalls nicht aufrecht zu erhalten gewesen. Björn Junge hat die 7-Seen-Bäckerei darum bereits im Juni, wie er jetzt bestätigte, an seinen Schweriner Rechtsanwaltskollegen zurückgegeben. „Es ist schwer, die Bäcker-Branche allgemein ist schwierig. Aber wir haben gerade erst angefangen mit der Vermarktung“, erklärt Andreas Franz  gegenüber SVZ zum aktuellen Stand der Dinge.

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