Eisbaden am Neujahrstag : Badevergnügen für Hartgesottene

Eisbader beim Usedomer Winterbadespektakel im Februar 2016
Eisbader beim Usedomer Winterbadespektakel im Februar 2016

Mit dem Jahreswechsel beginnt die Saison der Eisbader. Allein am Neujahrstag steigen im Land acht Eisbade-Spektakel

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31. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Glaubt man den Vorhersagen, werden Luft und Ostseewasser am Neujahrstag in Boltenhagen annähernd gleich warm – oder kalt – sein. Sechs Grad Celsius: Für Eisbader sind das gute, wenn auch keine optimalen Bedingungen, dafür könnte es ruhig noch ein bisschen kühler sein. Trotzdem werden sich am ersten Tag des Jahres 2018 zum nun schon 20. Mal in Folge Mutige unter den Augen tausender Zuschauer an der Seebrücke des Ostseebades in die Fluten stürzen. Das Vorprogramm startet um 11 Uhr, bevor sich dann um 13 Uhr die Kinder, um 13.30 Uhr die Frauen und um 14 Uhr die Männer ins Wasser wagen. Das Motto lautet in diesem Jahr „Schiff ahoi – alle Mann an Bord“. Die Starter mit den originellsten dazu passenden Kostümen werden prämiert.

Gleich an acht Orten in Mecklenburg-Vorpommern wird nach Angaben des Landes-Tourismusverbandes nach Silvesternacht und Jahreswechsel im kalten Wasser der Kater ausgetrieben. Neben Boltenhagen sind dies die mecklenburgischen Ostseebäder Kühlungsborn und Warnemünde, Prerow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, Heringsdorf und Karlshagen auf Usedom, die Hansestadt Stralsund und das kleine Dorf Banzkow unweit von Schwerin. Dort stürzen sich Mutige um 14 Uhr ins Wasser der Stör. Hier lautet das Motto „Helden unserer Kindheit“, Teilnehmer sollten sich entsprechend kostümieren. In Prerow dagegen kann man am Neujahrstag zwischen 13 und 16 Uhr auch hüllenlos Badende erleben – neben solchen, die Badehose- oder -anzug bzw. ein Kostüm tragen. Und in Kühlungsborn steigen um 14 Uhr alle Starter in den gleichen rot oder blau geringelten historischen Badeanzügen ins Wasser.

Die meisten Besucher ziehen nach Angaben des Tourismusverbandes die Eisbade-Spektakel in Warnemünde an. Hier wird bereits mit dem Silvesterschwimmen um 10 Uhr das alte Jahr verabschiedet, bevor am Tag darauf ebenso öffentlichkeitswirksam ab 14 Uhr das neue begrüßt wird. Und am 10. Februar steigt um 11.11 Uhr das große Faschingsbaden – auch das wird wieder eine Mordsgaudi für Zuschauer und Akteure gleichermaßen. Am 28. April schließlich endet in Warnemünde die Eisbade-Saison in MV.

Davor aber gibt es jede Menge weiterer Höhepunkte. So steigt am 7. Januar zwischen 14 und 17 Uhr zum zweiten Mal das „Große Eisbaden am Neustädter See“ am Barracuda Beach in Neustadt-Glewe. Die Attraktion wird ein 70 Meter langer Parcours im See sein: Die besten und schnellsten Starter können Kurzurlaube gewinnen.

Im Februar zieht es Eisbader dann nach Usedom, wo sie sich am 3. in Trassenheide, am 17. in Ahlbeck und am 24. in Koserow in die Ostsee stürzen können.

Dort wie bei den meisten anderen nass-kalten Veranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern ist das Gros der Starter in Vereinen organisiert, deren Namen sich an der arktischen Tierwelt orientieren: die Rostocker Seehunde, die Stralsunder Walrosse, die Warener Eisvögel oder die Neubrandenburger Robben. Ihre Mitglieder haben durch langes Training einen Grad an Kälteresistenz erworben, der „Warmduschern“ und anderen Normalsterblichen allein beim Zuschauen Gänsehautschauer über den Rücken jagt.

Gesund am Eisbaden ist die physische Reaktion auf den Wärmeverlust der Haut. Der Körper reagiert darauf mit verstärkter Produktion von Wärme – das weitet die Gefäße, verbessert die Blutzirkulation und stärkt das Immunsystem. Allerdings sollte man nicht länger als fünf Minuten im kalten Wasser bleiben, und der Kopf darf überhaupt nichts davon abbekommen, anderenfalls drohen auch Trainierten schwere gesundheitliche Schäden.

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