Rettungsschwimmer im Fokus : Badeunfall in Schwerin verunsichert Kommunen

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Kritik an fehlender Regelung zur Badeaufsicht

von
24. Juli 2015, 21:00 Uhr

Die Obduktion hat Gewissheit gebracht: Die Vierjährige, die am Mittwoch nach einem Badeunfall am Zippendorfer Strand in Schwerin starb, ist ertrunken. Das erklärte gestern eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Wie sich das Unglück abspielte und wer möglicherweise seine Aufsichtspflicht verletzt habe, sei weiter unklar. Es würden noch Zeugen vernommen.

Unterdessen hält im Land die Diskussion über die Bewachung von Badestellen an. Von den 1000 Stränden an Binnenseen sind 2014 gerade einmal 109 von Wasserrettern beaufsichtigt worden – auf freiwilliger Basis, denn eine Verpflichtung dazu gibt es nicht.

„Zur Rechtssicherheit für Betreiber wäre es gut, wenn es eine verbindliche Regelung gebe, wie Naturbäder zu betreiben sind“, betonte gestern der Sternberger Bürgermeister Jochen Quandt . „Derzeit gibt es nur Richtlinien für Hallenbäder.“ Als staatlich anerkannter Erholungsort sehe die Stadt sich aber in der Pflicht, Rettungsschwimmer an der offiziellen Badestelle am Sternberger See einzusetzen. „Das halten wir gefühlt seit 15, 20 Jahren so“, erklärte Quandt. Die Stadt habe dazu einen Vertrag mit dem DRK-Kreisverband über den Einsatz von mindestens zwei Rettungsschwimmern geschlossen.

Anderenorts gibt oft der Füllstand des Gemeindesäckels den Ausschlag dafür, ob Rettungsschwimmer engagiert werden oder nicht, wie eine Blitzumfrage unserer Redaktion ergab. „Ich hege keine Illusion, dass wir in Hohen Sprenz jemals einen Rettungsschwimmer haben werden“, sagt zum Beispiel Angelika Exler, Bürgermeisterin der Gemeinde im Landkreis Rostock. Das sei einerseits eine Frage des Geldes. Es habe aber auch damit zu tun, dass es keine Rettungsschwimmer gibt.

>> Wie es heute am Zippendorfer Strand in Schwerin aussah, lesen Sie morgen in unserer Printausgabe und im epaper.
 
 

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