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Badeunfälle überschatten Sommer: Heute starb ein Junge in den Fluten

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erstellt am 11.Jul.2013 | 11:14 Uhr

Schwerin/Rostock | Fünf tolle Sommertage - doch bereits fünf tragische Unfälle auf den Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Rettungskräfte suchten am Mittwoch nach einem elfjährigen Jungen, der am Strand von Warnemünde vermisst wurde. Bis in den Abend hinein dauerte die groß angelegte Aktion von Polizei, Feuerwehr und Deutscher Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger an.

Viel später dann die traurige Gewissheit: Der Junge ist tot! Drei Urlauberinnen sahen den Leichman im Strandabschnitt unterhalb des Neptun-Hotels im Wasser treiben. Gemeinsam mit einem herbeigrufenen weiteren Urlauber holte man ihn an Land und alarmierte die Polizei. Der Abschnitt wurde daraufhin weiträumig abgesperrt.


"Der Rostocker ist am Nachmittag mit drei anderen gleichaltrigen Kindern im Bereich der Westmole trotz hoher Wellen ins Wasser gegangen", sagte Polizeisprecherin Yvonne Hanske noch am späten Nachmittag. Während die anderen Kinder aus dem Wasser gekommen seien, fehlte von dem Jungen bis zum Abend jede Spur.

Die Suche gestaltete sich schwierig. Der Wind peitschte mit Windstärke 5 über das Meer und türmt die Wellen auf. Auf dem Aussichtsturm der DRK Wasserwacht wehte die rote Flagge bereits seit 9 Uhr: Es herrschte Badeverbot, doch viele Urlauber missachten die Warnung. "Wenn die rote Fahne weht, besteht selbst für erfahrene Schwimmer Lebensgefahr, doch mehr als darauf hinzuweisen können wir nicht", sagte Rettungsschwimmer Arian Baume. Ihm selbst habe die Strömung gestern Morgen die Beine weggezogen.

Badeunfälle überschatten seit Tagen den Sommer
Seit vier Tagen reißt die Kette tragische Unfälle nicht mehr ab. Am Sonntag ist ein 30-jähriger Mann verschwunden, dessen Kleidungsstücke und Ruderboot am Ufer eines Baggersees bei Pinnow nahe Schwerin gefunden wurden. Bei der Suche nach dem Vermissten waren schon Taucher, Diensthunde und ein Ortungsgerät im Einsatz. Ebenfalls am Sonntag ist in Heringsdorf in der Nähe der Seebrücke ein neunjähriger Junge beim Baden verunglückt. Die 31-jährige Mutter schwebt weiter in Lebensgefahr. Sie konnte zu dem Badeunglück noch nicht befragt werden.

Ebenfalls auf der Insel Usedom ist vorgestern ein 72 Jahre alter Urlauber aus dem sächsischen Radeburg beim Baden gestorben. Der Mann war am Strand von Trassenheide allein ins Wasser gegangen und hinausgeschwommen. Rettungskräfte konnten ihn nicht mehr reanimieren. Auf Rügen wird ebenfalls seit Dienstag ein Kajakfahrer vermisst. Der 48-jährige Urlauber aus Niedersachsen war auf dem Großen Jasmunder Bodden während einer Paddeltour ins Wasser gefallen. Die Einsatzkräfte haben kaum noch Hoffnung, den Vermissten zu finden. Die genauen Umstände des Unglücks sind weiter unklar. Der 16-jährige Sohn, der mit seinem Vater auf dem Wasser unterwegs war, sei befragt worden, stehe aber unter Schock, sagte ein Polizeisprecher. Beide waren vom Campingplatz Banzelwitzer Weg zu einer Paddeltour in Richtung Ralswiek aufgebrochen.

An einer Sandbank verließ der Sohn das Boot zum Schwimmen. Kurz danach bemerkte er, dass das Kajak umgedreht im Wasser lag und der Vater sich im Wasser ruckartig bewegte. Seine Schwimmweste hatte der 48-Jährige abgelegt, da es ihm zu warm war. Der Sohn versuchte, seinem Vater zu helfen, konnte ihn aber nicht halten. Er schwamm anschließend an Land, um Hilfe zu rufen.

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