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Jubiläumsfeier des Kirchbauvereins Penzin : Backsteinbau wieder Traukirche

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Um die Dorfkirche zu sehen, muss der Penziner Lothar Ruhmich nicht einmal aus dem Haus. Der Backsteinbau findet sich auf einem der vielen Bildern, die bei Ruhmichs an den häuslichen Wänden hängen.

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erstellt am 05.Mär.2012 | 12:07 Uhr

Penzin | Um die Dorfkirche zu sehen, muss der Penziner Lothar Ruhmich nicht einmal aus dem Haus. Der Backsteinbau findet sich auf einem der vielen Bildern, die bei Ruhmichs an den häuslichen Wänden hängen. "Das Bild mit der Kirche ist ein Geschenk meiner Tochter Iris. Sie hat schon immer gern und viel gemalt und es mir zum 65. Geburtstag geschenkt", freut sich der 68-Jährige, der gerade zum fünften Mal als Vorsitzender des Kirchbauvereins "Dorfkirche Penzin" e. V. wiedergewählt worden ist. "Mit 14 Mitgliedern haben wir 2002 begonnen, jetzt sind wir 22", sagt Ruhmich. Zehn Jahre Kirchenbauverein sollen in diesem Jahr denn auch gefeiert werden, integriert in das Jubiläum 725 Jahre Penzin. Am 10. August wird es ein Abendkonzert in der Kirche geben, am 11. August einen Umzug zur Jahrfeier und am 12. August nach dem Gottesdienst einen musikalischen Frühschoppen mit Blasmusik und Feldküche, zählt er einige Veranstaltungen auf.

Die Kirche für Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen nutzen zu können, war ein wichtiges Anliegen, das sich der Verein bei seiner Gründung vorgenommen hatte. "Ziel war ja, dass die Kirche auch wieder zur Traukirche wird. Inzwischen haben sich vier Paare trauen lassen, es gab zwei Taufen und auch Silber- und Hochzeitsfeiern fanden hier statt", freut er sich.

Zehn Jahre Förderverein - da sei ein Rückblick gestattet: "Die Kirche befand sich in einem sehr maroden Zustand, die Innenwände waren von Schimmel befallen. Zwei Container Müll haben wir vom Dachboden geräumt", erinnert sich Ruhmich. Wurden anfangs vor allem Notmaßnahmen durchgeführt, um den Verfall des Gotteshauses zu stoppen, Konzepte für die Sanierung erarbeitet und um Gelder geworben, fanden 2006/07 umfangreiche Arbeiten an Dach, Decke, Turm, Fenster und Altar abdeckung statt. Auch die Turmabdeckung erhielt wieder einen grünen Anstrich und das verrostete Turmkreuz wurde vergoldet. Im Juli 2007 wurde die Kirche in einem festlichen Gottesdienst wieder ihrer Bestimmung übergeben.

Doch damit war die Arbeit längst nicht beendet. Um die Kirche wurde ein Weg angelegt, eine Regenrinne angebracht, das Pflasters an der Kirchenmauer entfernt und vor der Eingangstür Rundpflaster verlegt - alles mit dem Ziel, das Gebäude trocken zu legen. Auch im Innern. Dafür wurde 2009 im Altarbereich Boden ausgehoben, mit Grobkies, Fließ und Feinkies wieder verfüllt. Zurzeit stapelt sich wieder Baumaterial vor der Kirche. "Im Bereich des Altars ist es trockener geworden", resümiert Ruhmich. Bauleute der ZGR Blankenberg sind deshalb dabei, den Fußboden in der Kirche aufzunehmen. Dann wird ebenfalls Grobkies eingebracht, darauf Fließ, eine Sandschicht und obenauf Ziegeln. Mitte März sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

"Als Kirchbauverein fühlen wir uns aber nicht nur für die Kirche, sondern auch auch für den kirchlichen Friedhof mit verantwortlich", sagt Lothar Ruhmich. Deshalb habe man sich auch um die Torpfeiler gekümmert und das Tor, das nicht mehr schloss. Die Friedhofsmauer - seinerzeit über ABM als Trockenmauer gebaut - ist leider schon reparaturbedürftig. Der Vereinsvorsitzende vermutet, dass der Boden, auf dem auch Bäume stehen, arbeitet.

"Ohne die Gründung unseres Fördervereins und ohne die Unterstützung von Sponsoren wären all die Maßnahmen in und an der Kirche nicht zu stande gekommen. Dann hätte es sicherlich auch keine Förderung gegeben", sagt Lothar Ruhmich. Für seine Leistungen wurde der Förderverein auch öffentlich geehrt: 2004 von der Robert-Bosch-Stiftung.

Viele, viele Stunden Arbeit haben Vereinsmitglieder und weitere Bürger in den vergangenen Jahren geleistet. Trotzdem wünscht sich Ruhmich ein wenig mehr von der Euphorie der Anfangszeit zurück, wenn es um die Pflege von Friedhof und Kirche geht. Am letzten Herbstputz hatten sich nur neun Leute beteiligt, einst kamen um die 30 Leute zu den Einsätzen des Kirchbauvereins.

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