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Schwerin : Backhaus will übergroße Tierhaltungen verbieten

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SPD, CDU und Linkspartei haben den Neubau von großen Tiermastbetrieben in MV weitgehend verteidigt. Während einer Debatte gestern im Landtag kritisierten vor allem die Grünen die Massentierhaltung.

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erstellt am 02.Feb.2012 | 10:12 Uhr

Schwerin | SPD, CDU und Linkspartei haben den Neubau von großen Tiermastbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern weitgehend verteidigt. Während einer Debatte gestern im Landtag kritisierten vor allem die Grünen die Massentierhaltung. Zwar müssten die Kritiker ernst genommen werden, so Fritz Tack, Agrarexperte der Linken. Die Kritik treffe aber "leider" auch jene, "die uns ernähren", also die einheimischen Bauern. Klare Kriterien, ab welcher Stallgröße Massentierhaltung beginnt, gebe es aber nicht. Außerdem sei in Mecklenburg-Vorpommern noch genug Platz für Schweine- und Rinderzuchtbetriebe. Sie müssten aber "regional verträglich" sein.

Der CDU-Abgeordnete Heino Schütt bedauerte, dass es so viele Proteste gegen neue Tiermastbetriebe gibt. Er verstehe auch nicht, dass Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) solche Investitionen solange nicht unterstützen wolle, bis er neue Kriterien für die Vergabe der Fördermittel erarbeitet hat. Schütt bezweifelte die Glaubwürdigkeit der Linkspartei, wenn diese sich für "bäuerliche Landwirtschaft" einsetze. "Als Nachfolger der SED" seien die Sozialisten schließlich mitverantwortlich, dass in der DDR Bauernhöfe zerschlagen und ohne Rücksicht auf die Umwelt die Landwirtschaft industrialisiert wurde.

Auch Backhaus betonte, dass es keine verlässliche Definition dafür gebe, ab welcher Betriebsgröße von "Massentierhaltung" gesprochen werden kann. Dennoch will er "übergroßen Anlagen" per Bundesgesetzgebung Grenzen setzen. Zudem versprach er, dafür zu sorgen, dass weniger Medikamente in den Tierställen eingesetzt werden.

Die Grünen sprachen sich für eine Tierhaltung aus, bei der die Betriebe im Durchschnitt kleiner sind als derzeit. "Kleinere, biologische und bodengebundene Betriebe - nur das schafft echte Arbeitsplätze", sagte die Abgeordnete Jutta Gerkan.

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