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Bilanz nach der Sturmflut : Backhaus will am Kiosk-Tresen aushelfen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landwirtschaftsminister Backhaus sichert Ostsee-Gemeinde nach Flut Hilfe zu und wird selbst mit anpacken

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 06:00 Uhr

 Schwerin Imbissbetreiberin Petra Hofmann bekommt in der Urlaubssaison  eine prominente Aushilfe. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD)  will  im neuen Strand-Kiosk im Ostseebad  Zempin  für einen Tag die Ärmel hochkrempeln und mit anpacken. „Ich werde die Gäste bedienen, vielleicht belege ich auch die Fischbrötchen“, sagte  Backhaus. Er könne auch gut kochen.

Das Versprechen gab der Landwirtschaftsminister gestern auf einem Treffen mit Vertretern der Gemeinde Zempin,  die von der Sturmflut vor  knapp vier Wochen besonders  heftig getroffen wurde.  Der Imbiss  wurde bei dem Unwetter teilweise zerstört. Bei der Sturmflut Anfang Januar war es in Zempin auch zu größeren Abbrüchen gekommen. Teile   der Strandpromenade auf dem Kliff und die Slipanlage der Fischer wurden zerstört. 

Hinter verschlossenen  Türen   besprachen Landwirtschaftsminister, Bürgermeister, die betroffene Kioskpächterin   und Fischer aus der Region  die nächsten Schritte, um das Ostseebad bis zum Start der Urlaubssaison wieder auf Vordermann zu bringen.   „Wir sind auf einem guten Weg“, verkündete  Backhaus nach gut anderthalb Stunden.   Die  Beräumung des Strandes sei in vollem Gange. Die Strandaufgänge würden  bereits wiederhergestellt. Die Fischer bekommen eine neue Slipanlage, um ihre Boote wieder zu Wasser lassen zu können.  Wege sollen wieder instand gesetzt werden. „Dem Saisonauftakt zu Ostern steht nichts im Wege“, gab sich Backhaus optimistisch. Und bis dahin soll auch ein neuer Kiosk in Zempin stehen.  Rund 15 000 Euro erhält die Gemeinde, um Ersatz für die abgestürzte Imbiss-Bude zu beschaffen. Vorgesehen ist laut Landwirtschaftsminister  eine mobile Anlage, die nur noch saisonal betrieben wird. Der Arbeitsplatz von zwei Frauen sei somit gesichert.  

Der Sturm ließ vom Kiosk nicht viel übrig
Der Sturm ließ vom Kiosk nicht viel übrig Foto: dpa

Die Kosten für die Reparaturen an  den Seebrücken, Promenaden  und Strandaufgängen in  Zempin, Ückeritz und Loddin belaufen sich nach ersten Berechnungen  auf rund 300 000 Euro. Landesweit gingen die Schäden in Millionenhöhe: Bislang geht man von rund 5,2 Millionen Euro aus. Die Schäden an Küstenschutzanlagen würden aktuell auf etwa eine Million Euro geschätzt, teilte das Umweltministerium mit. Die Wasser- und Bodenverbände meldeten Schäden in Höhe von 200 000 Euro. Schäden an kommunalem Eigentum sollen nach Schätzung des Innenministeriums bei aktuell vier Millionen Euro liegen. Bei der Sturmflut vom 4. zum 5. Januar drückte die Ostsee mit Wasserständen von 1,80 Meter über Normal auf die Küsten. Das Land richtete einen Hilfsfonds in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro für die Beseitigung der Sturmflutschäden ein. Davon sind zehn Millionen für direkte Schäden an den Küstenschutzanlagen gedacht. Die Daten einer Befliegung der Küsten, mit der die Schäden dokumentiert wurden, werden laut Ministerium noch ausgewertet.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte sich am vergangenen Freitag ein Bild von den Zerstörungen auf der Insel Usedom gemacht und unbürokratische Hilfe angekündigt. Auch würden Machbarkeitsvarianten geprüft, wie die Strandpromenade neu aufgebaut werden könne. Der Beginn der Reparaturen sei vor Ort mündlich genehmigt worden. Ebenso werde den Gemeinden Koserow und Loddin geholfen. Einen geeigneten Standort  für den neuen Kiosk muss die Gemeinde in Zempin allerdings noch finden.

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