Aus dem Gerichtssaal : Backhaus gewinnt Rosenkrieg

Freund alter Landmaschinen: Till Backhaus zog für einen Trecker sogar vor Gericht.
Freund alter Landmaschinen: Till Backhaus zog für einen Trecker sogar vor Gericht.

MVs Landwirtschaftsminister erringt einen juristischen Sieg gegen seine Ex-Partnerin. Der Streit um einen Trecker bleibt jedoch ungeklärt.

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01. Juli 2015, 21:00 Uhr

Mehr als zwei Jahre hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) wegen einer gescheiterten Liebe dem öffentlichen Gehänsel, wenn nicht sogar dem öffentlichen Spott, ausgesetzt. Vor dem Landgericht Rostock ließ er nicht locker und bestand beharrlich auf sehr viel Geld, einem Luxusauto und einem Trecker – alles Dinge, die er vor einigen Jahren in seine ehemalige Freundin „investierte“, und die der enttäuschte Backhaus zurückhaben wollte, als die Beziehung scheiterte. Wohl wissend, dass er, obwohl es sich um eine private Angelegenheit handelt, unter Beobachtung stand, blieb Minister Backhaus weitgehend stur gegenüber seiner ehemaligen „schönen Schäferin“ Mandy Wehr, und betrieb, was auch nach anderen gescheiterten Partnerschaften landauf und landab üblich ist. Mit Erfolg. Denn Backhaus hat nun weitgehend Recht bekommen.

Sonja Dilling, Richterin am Landgericht Rostock, setzte gestern einen vorläufigen Schlusspunkt unter diesen Rosenkrieg vor ihrer Zivilkammer. Backhaus muss zwar den umstrittenen Luxuswagen an Frau Wehr herausrücken. Allerdings muss sie im Gegenzug den Kaufpreis von 54 425 Euro an den Minister überweisen, denn er hatte den Wagen bezahlt.

Bereits im April hatte Backhaus einen Etappensieg errungen. Seine einstige Freundin soll ihm rund 153 500 Euro auszahlen. So viel Geld hatte er damals nach Ansicht der Richterin in den Aufbau der Schäferei der Frau Wehr gesteckt, offenbar in der Hoffnung, den Betrieb irgendwann in trauter Eintracht gemeinsam führen zu können. Würde sie das Geld und das Auto nach dem Ende der Beziehung behalten, wäre dies eine „ungerechtfertigte Bereicherung“, so die Richterin.

Indes hat es Backhaus einem redseligen, aber laut Richterin Dilling unglaubwürdigen Schäfer zu verdanken, dass er den umstrittenen Trecker vorerst behalten darf. Sowohl Backhaus als auch Mandy Wehr hatten versucht glaubhaft zu machen, sie hätten die Zugmaschine von jenem Schäfer Bodo P. gekauft, von dem Frau Wehr nach und nach den Betrieb übernehmen wollte. Backhaus präsentierte dazu einen vom Schäfer auf sein Drängen hin nachträglich unterschriebenen Vertrag, laut dem er 10 000 Euro für den Trecker gezahlt haben will.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der SVZ vom 2. Juli und im ePaper.
 

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