Fischsterben in der Peene : Backhaus: Es war ein Unfall

Agrarminister Till Backhaus besichtigt die Bioethanol-Auslaufstelle.
Agrarminister Till Backhaus besichtigt die Bioethanol-Auslaufstelle.

4,4 Tonnen tote Fische: Für den Minister ist die Ursache klar, dabei ermittelt die Staatsanwaltschaft noch

svz.de von
16. September 2015, 21:00 Uhr

Überschattet vom massenhaften Fischsterben in der Peene vor zweieinhalb Wochen hat die Anklamer Zuckerfabrik gestern mit der diesjährigen Rübenverarbeitung begonnen. Das Unternehmen hatte eingestanden, dass aus der Anlage große Mengen Bioethanol über das Rohrsystem in die Peene geflossen waren.

Agrarminister Till Backhaus (SPD) appellierte an das Unternehmen und den niederländischen Mutterkonzern Suiker Unie, Mängel unverzüglich abzustellen und zur Aufklärung transparent beizutragen. „Die Zuckerfabrik muss alles zum Schutze der Umwelt und des Grundwassers tun. Ansonsten bekommen wir eine Auseinandersetzung, die dazu führt, dass die Zuckerfabrik sich gegebenenfalls selbst aufs Spiel setzt“, sagte Backhaus gestern in Anklam.   Die Umwelt sieht er durch die Einleitung von großen Mengen Bioethanol in die Peene nach erster Einschätzung nicht nachhaltig geschädigt. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei hatte Fische untersucht, die vor vier Tagen in dem betroffenen Abschnitt der Peene geangelt wurden. Dabei seien weder bei lebenden noch toten Fischen Schwermetalle,  Pflanzenschutzmittel oder Rückstände von Ethanol gefunden worden. „Die Fische sind vermarktungsfähig.“ Den Bioethanol-Austritt bezeichnete Backhaus als erheblichen Unfall. „Wir haben es aber nicht mit einer Umweltkatastrophe zu tun. Dafür hätte mehr  als ein Landkreis betroffen sein müssen“, widersprach er der Grünen-Agrarexpertin Ursel Karlowski.

Nach Angaben von Backhaus wurden von den Behörden nach dem Massensterben 4,4 Tonnen toter Fisch entsorgt. Dazu kämen noch weitere Fische, die von freiwilligen Helfern eingesammelt wurden. Der Chef der Zuckerfabrik, Matthias Sauer, räumte ein, dass aus der Anlage große Mengen Bioethanol über das Rohrsystem in die Regenentwässerung und in die Peene gelangt seien. Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen sei nun, wie das Ethanol aus dem System in die öffentliche Entwässerung gelangen konnte und wer dafür verantwortlich sei.

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