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Neugeborene getötet : Babyleichen im Schließfach

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mutter aus Bad Schwartau versteckt zwei ihrer toten Kinder im Hamburger Hauptbahnhof

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 20:40 Uhr

Von ihren sechs Kindern hat sie offenbar drei getötet. In einem Schließfach am Hamburger Hauptbahnhof sind gestern die Leichen von zwei Babys gefunden worden. Eine Mutter (39) aus Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) soll die Säuglinge dort versteckt haben.

Die beiden Babys waren das fünfte und sechste Kind der Frau. Und bereits einmal hatte sie ein Neugeborenes versteckt: Vor drei Jahren war die Leiche eines kleines Mädchens auf dem Friedhof von Bad Schwartau gefunden worden. Ralf Peter Anders, Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft: „Wir ermitteln nun erneut gegen die Frau.“

Polizisten hatten das Schließfach mit der Nummer 1344 geöffnet und einen Trolley entdeckt, der ungeöffnet in die Lübecker Gerichtsmedizin gebracht worden war. Dort der schockierende Fund: „In dem Koffer lagen zwei Babyleichen, eine stark verwest, die zweite weniger stark“, so Oberstaatsanwalt Anders. Bei dem weniger stark verwesten Baby sei noch zu erkennen gewesen, dass es sich um einen Jungen handelt.

Waren es Zwillinge? „Der unterschiedliche Grad der Verwesung deutet auf verschiedene Geburtszeitpunkte hin“, erklärt der Staatsanwalt. Ob die Säuglinge noch lebten, als sie geboren wurden, müsse jetzt die Untersuchung ergeben. „Der Tatverdächtigen geht es sehr schlecht“, sagt Anders weiter. Wegen Eigengefährung sei sie in einer geschlossenen Abteilung der Psychiatrie untergebracht.

Wie sind die Ermittler der Mutter auf die Spur gekommen? In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ war von einer Babyleiche in Cloppenburg (Niedersachsen) berichtet worden. Gesucht wurde die Mutter des Kindes. Anders: „Eine Zeugin meldete sich daraufhin und berichtete, dass ihre Bekannte schwanger gewesen sei, jetzt aber kein Baby habe.“ Die beiden Fälle haben laut Staatsanwaltschaft nichts miteinander zu tun, trotzdem suchten die Ermittler die genannte Frau auf – auch wegen ihrer Vorgeschichte. „Polizisten sprachen die Mutter auf die mutmaßliche Schwangerschaft an, von einem Arzt sollte sie gynäkologisch untersucht werden.“

Doch die Mutter flüchtete. In Anrufen mit Angehörigen kündigte sie an, Selbstmord zu begehen. „Über eine Handy-Ortung wurde sie in Hamburg ausfindig gemacht“, so Anders. Bei einer Durchsuchung der Frau hätten Beamte dann einen Schließfachschlüssel gefunden. Bundespolizisten und Beamte der Mordkommission Lübeck sperrten den Bereich an den Gleisen 7 und 8 ab, öffneten das Fach.

Der Fund des ersten toten Babys hatte damals für Bestürzung in der Region gesorgt. Das Mädchen, dem Ermittler den Namen „Stella“ gaben, war Anfang September 2011 entdeckt worden – zwischen zwei Grabsteinen, sorgsam in eine Stoffwindel gewickelt und mit Erde bedeckt.

Mit Plakaten war nach der Mutter gesucht worden, auch damals wurde sie nach einem Hinweis gefunden. Sie gab zu, das Kind zu Hause geboren zu haben. Es sei leblos auf die Welt gekommen, deshalb habe sie es auf dem Friedhof begraben. Das Institut für Rechtsmedizin konnte nicht ermittlen, ob das Mädchen bei der Geburt gelebt hat oder nicht, die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren gegen die Mutter ein.

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