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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 01:14 Uhr

Kriminalität : Baby aus Dranske öfter Opfer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Wir gehen davon aus, dass einige Verletzungen bereits älter sind“, sagte der Staatsanwalt Lechte.

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 20:03 Uhr

Im Fall eines offenbar schwer misshandelten Babys aus Dranske auf Rügen gibt es Hinweise auf frühere Verletzungen. Das sagte der Stralsunder Staatsanwalt Ralf Lechte gestern der dpa. Unterdessen kämpften Ärzte weiter um das Leben des Kindes, das am Dienstag mit schweren Verletzungen ins Universitätsklinikum Greifswald gebracht wurde. Es schwebe weiter in Lebensgefahr, sagte eine Polizeisprecherin. Das drei Monate alte Baby war am Dienstag in einem „sehr kritischen Zustand“ ins Krankenhaus gebracht worden. Der Vater wurde in U-Haft genommen.

„Wir gehen davon aus, dass einige Verletzungen bereits älter sind“, sagte der Staatsanwalt Lechte. Genaue Ergebnisse müssten jetzt rechtsmedizinische Gutachten erbringen. Neben massiven Schwellungen am Kopf und Oberkörper habe das Kind Schädel-Hirnverletzungen, ein sogenanntes Schütteltrauma.

Der 34-jährige Vater des Kindes sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Bergen hatte Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen erlassen. Der Mann bestreite die Tat und beschuldige die Mutter, sagte Lechte. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob strafrechtliche Ermittlungen gegen die Mutter eingeleitet würden.

Befragungen im Umkreis der Familie seien fortgesetzt worden. Die aus dem Land Brandenburg stammende Familie mit insgesamt drei Kindern wohnt erst seit wenigen Monaten auf der Insel Rügen. Die Mutter soll dort eine Ausbildung in der Hotelbranche begonnen haben. Der Vater hatte sich währenddessen um die drei Kinder gekümmert. Die beiden älteren Geschwister sind dreieinhalb und zwei Jahre alt. Die beiden Geschwister befinden sich weiter in der Obhut der Mutter, die in engem Kontakt mit dem Jugendamt stehe. Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf Verletzungen bei den älteren Kindern. Die Familie sei bislang nicht auffällig gewesen, sagte der Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen, Olaf Manzke. „Wir sind ganz nah dran an der Familie.“ Sollten sich neue Ermittlungsergebnisse ergeben, werde das Jugendamt darauf reagieren.

 

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