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Vier Täter in MV gefasst : Automatenknacker schocken Norden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Explosionen in Bankfilialen bedrohen Nachbarn

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 05:00 Uhr

In Norddeutschland geht die Angst um: Gestern wurden erneut zwei Geldautomaten gesprengt. Am frühen Morgen flog gegen vier Uhr im schleswig-holsteinischen Wrohm (Kreis Dithmarschen) ein Automat in einer Bankfiliale in die Luft, die sich direkt unter einer Wohnung befindet. „Teilweise wurden die Wände verschoben“, berichtete der Sprecher des Landeskriminalamtes Kiel, Stefan Jung. Die Bewohner kamen glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Zwei Stunden zuvor hatten Unbekannte einen Geldautomaten in Kremperheide, ebenfalls in Schleswig-Holstein gesprengt. Trotz der Wucht der Explosionen und des erheblichen Sachschadens gelang es den Tätern nicht, an die Geldboxen zu kommen.

Keine Einzelfälle. Im vergangenen Jahr zählte das Bundeskriminalamt (BKA) deutschlandweit 132 Automatensprengungen.

Im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern beobachtet man die Raubzüge mit Sorge. „Wir hatten im vergangenen Jahr sechs versuchte Sprengungen von Bankautomaten“, sagte im Landeskriminalamt (LKA) Sprecherin Synke Kern. Doch nur in einem Fall sei es tatsächlich zu einer Explosion gekommen. Bei den anderen fünf Taten blieb es lediglich bei einem Versuch und die Detonation blieb aus unterschiedlichen Gründen aus. Die Vorgehensweise der Täter ist immer ähnlich: Ein Gas oder Gasgemisch wird in die Geldautomaten geleitet und mit einer Zündschnur zur Explosion gebracht, um an die Geldbox mit den Scheinen zu kommen. „Die Stärke und die Folgen der Explosion sind unkalkulierbar“, erklärte die LKA-Sprecherin die Gefahr für Unbeteiligte. Im vergangenen Jahr seien vier deutsche Tatverdächtige im Nordosten ermittelt worden.

Auch Banken und Sparkassen reagieren. „Wir haben deshalb in eine neue Generation von Geldautomaten investiert“, sagte Kai Lorenzen, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Der Sicherheitsstandard der neuen Technik wäre so hoch, dass eine Gasexplosion praktisch nicht mehr möglich sei.



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