Autodiebe rauben Waffe und Streifenwagen

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22. September 2012, 11:06 Uhr

Hintersee | Wildwest im Osten: Zwei Gangster haben bei einer Polizeiaktion gegen Autoknacker nahe der polnischen Grenze einen Beamten entwaffnet und einen Streifenwagen gestohlen. Eine groß angelegte Verfolgungsaktion nimmt ihren Lauf.

Von der sonst üblichen Ruhe war gestern Morgen zwischen Ahlbeck und Gegensee nichts zu spüren. Die Bundespolizei hatte nahe Hintersee zwei verlassene Autos gefunden - einen Audi und einen VW Touran. Zwei Beamte des Ueckermünder Polizeireviers stießen in der Nähe auf zwei Tatverdächtige. Die beiden Polen sollten festgenommen werden. Einer der beiden schlug die Beamten nieder, entwendete eine Dienstpistole und flüchtete mit einem Streifenwagen. Das Auto wurde später mit Totalschaden in der Nähe gefunden. Der Mann entkam in Richtung Eggesin, wo er einen 74-Jährigen aus dessen Auto zerrte und auf ihn einprügelte. "Ich dachte, der wollte mich totschlagen", soll das Opfer später sinngemäß gesagt haben. Der andere Mann floh zu Fuß, wurde aber vom Hubschrauber aus entdeckt und von Zollbeamten festgenommen.

Angesichts der Brutalität des Gangsters machte sich auch Einsatzleiter Hartmut Braun, Chef der Ueckermünder Polizei, Sorgen um seine beiden Kollegen. Einer erlitt durch die Attacke einen Rippenbruch, der andere eine Platzwunde am Kopf.

Mehr als 50 Polizeibeamte der Polizeiinspektion Anklam, dazu Bundespolizisten und Zoll, hatten das Gebiet um Ahlbeck abgeriegelt. Zwei Hubschrauber waren im Einsatz. Die Fahndung nach dem Täter mit der Schusswaffe, ein muskulöser Mann mit kahlrasiertem Kopf, dauerte bis in die Nacht. Dann wurde auch dieser Täter zwischen Berlin und Vogelsang gestellt.

Offenbar schien es damit noch nicht genug. Nur wenige Kilometer weiter, in Hintersee mussten die Ordnungshüter bei einem weiteren Einsatz tätig werden. Die Bundespolizeiinspektion Pasewalk hatte aufgrund erhaltener Informationen eine Kontrollstelle am Grenzübergang in Hintersee eingerichtet, um drei verdächtige VW Passat zu kontrollieren. Auch da ging es zu wie im Krimi: Ein Auto durchbrach die Kontrollstelle. Die fünf Insassen der zwei anderen Autos konnten aber vorläufig festgenommen werden. Der VW der über die Grenze geflüchteten Täter wurde später vom polnischen Grenzschutz bei Police verlassen aufgefunden. Von dem Fahrer fehle jede Spur, wie der Polizeisprecher in Neubrandenburg sagte. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden spektakulären Fällen besteht, sei noch unklar, so der Sprecher.

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