Verfemte Musik in Rostock : Ausstellung über verfolgte Musiker

Am Klavier spielten Sebastian (r) und Arkadiusz Godziski aus Polen ein Stück von Paul Hermann zum zehnjährigen Jubiläum des Zentrums für Verfemte Musik an der HMT.
Am Klavier spielten Sebastian (r) und Arkadiusz Godziski aus Polen ein Stück von Paul Hermann zum zehnjährigen Jubiläum des Zentrums für Verfemte Musik an der HMT.

Zentrum für verfemte Musik an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock will das Vergessen verhindern.

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25. Januar 2018, 12:00 Uhr

Mit einer Ausstellung will das Zentrum für verfemte Musik an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock die während der NS-Zeit verfolgten und ermordeten Musiker würdigen.

Die Exposition präsentiere in Auszügen die zehnjährige Arbeit des Zentrums, sagte dessen Leiter Volker Ahmels. Den Künstlern solle ein lebendiges Andenken geschaffen werden. Ihre Musik solle gespielt und vergessene Stücke der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. „Es hat etwas Existenzielles, diese Musik zu spielen“, so Studentin Annika Westlund. „Bei der Vorstellung, unter welchen Umständen die Musik gespielt wurde, habe ich schon oft einen Kloß im Hals.“ Der Kulturwille sei dem Lebenswillen dieser Menschen adäquat gewesen. Die kulturelle Betätigung habe auch Widerstand verkörpert.

Dabei sei zu beachten, dass die Musik trotz der dramatischen Umstände in dieser Zeit dem Lebensmut Ausdruck gebe und so großartige Kunst kreieren konnte, sagte Westlund. „Es sind nicht alles traurige Lieder.“ Es seien so viele unglaublich schöne und hoffnungsvolle Stücke darunter.

Es wäre von Vorteil, wenn im Geschichtsunterricht an den Schulen der Lernstoff über den Nationalsozialismus mit der Musik aus dieser Zeit verknüpft werden könnte, sagte die Musikstudentin. Dadurch werde die Vermittlung viel persönlicher, durch die Kunst lasse sich gerade dieser Stoff viel besser übertragen.

Ziel des im Januar 2008 gegründeten Zentrums für Verfemte Musik ist es, die Musiker, die Opfer der Gewaltherrschaft wurden, in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und ihre in Vergessenheit geratenen Werke wieder zu spielen. Der Schwerpunkt der Zentrumsarbeit liege nicht nur auf der Forschung, sondern auch auf der pädagogischen Arbeit.

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