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Verdi ruft zu Streiks in Rostocker Geschäften : Ausstand im Supermarkt

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Arbeitskampf an der Verkaufstheke: Seit Monaten haben Mecklenburg-Vorpommerns Einzelhändler den 30.000 Beschäftigten der Branche kein neues Lohnangebot vorgelegt, jetzt erhöhen die Angestellten den Druck.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 07:10 Uhr

Rostock | Arbeitskampf an der Verkaufstheke: Seit Monaten haben Mecklenburg-Vorpommerns Einzelhändler den 30 000 Beschäftigten der Branche kein neues Lohnangebot vorgelegt, jetzt erhöhen die Angestellten in der diesjährigen Tarifrunde den Druck. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten heute zu ersten Streiks in Rostock aufgerufen. Betroffen sind namhafte Einzelhändler: Kaufland, Marktkauf, Kaufhof, Penny, Rewe, aber auch Netto und der Buchhändler Thalia.

Ein schnelle Einigung scheint nicht in Sicht: Bei einer ersten Runde Mitte Juni hatten die Arbeitgeber den Verhandlungstisch ohne neuen Termin verlassen, erklärte Conny Töpfer, stellvertretende Verdi-Landeschefin. Nach wochenlanger Funkstille haben sich die Tarifparteien bei einem Sondierungsgespräch vergangene Woche wenigstens auf einen neuen Verhandlungstermin am 17. September verständigt. Die Einzelhändler bleiben hart: Lohnerhöhungen solle es nur geben, wenn die Gewerkschaft schlechteren Arbeitsbedingungen, niedrigeren Eingruppierungen für künftig eingestellte Kassiererinnen und Niedriglöhnen für Beschäftigten zustimme, die die Regale einräumten, und noch flexibleren Arbeitszeiten akzeptierten, kritisierte Töpfer den harten Tarifkurs. So sollen Kassiererinnen, die neu eingestellt werden, künftig vier Prozent weniger erhalten. "Beschäftigte erster und zweiter Klasse im Einzelhandel lehnen wir ab", sagte Töpfer: "Wir erwarten, dass die Arbeitgeber zu konstruktiven Verhandlungen ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückkehren."

In anderen Bundesländern liegen inzwischen erste Lohnangebote der Arbeitgeber vor. 2,5 Prozent mehr im ersten Jahr nach drei Monaten ohne Lohnsteigerung, 1,5 Prozent im zweiten Jahr noch einmal drauf - vorausgesetzt, die Beschäftigten stimmen schlechteren Arbeitsbedingungen zu. Verdi winkt ab und fordert 6,5 Prozent mehr Lohn für die 30 000 Beschäftigten, mindestens 140 Euro, um zehn Prozent steigende Ausbildungsvergütungen und kein Tarifentgelt unter 8,50 Euro. Töpfer verteidigte erneut die Lohnforderungen: der Einzelhandel sei die Branche mit den meisten Aufstockern. Verdi gibt sich entschlossen: "Wir bereiten uns auf einen heißen Herbst im Einzelhandel vor", erklärte Töpfer.

Die Arbeitgeber blocken indes ab: Angesichts des zu erwarteten realen Umsatzrückgangs in diesem Jahr passten Lohnforderungen von 6,5 Prozent nicht in die Welt, hatte seien die Forderung deutlich überhöht, hatte Dierk Böckenholt, Chef des Einzelhandelsverbandes Nord, vergangene Woche erklärt.

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