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Gesundheit MV : Ausländische Ärzte mit Sprachdefizit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jeder dritte Mediziner in MV scheitert an der Sprachprüfung.

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Um Lücken im Gesundheitssystem zu schließen, werden ausländische Ärzte auch in Mecklenburg-Vorpommern vermehrt eingestellt. Doch jeder dritte Mediziner aus dem Ausland scheitert bei seiner Bewerbung im Land schon an fehlenden Sprachkenntnissen.

„Von den 326 durchgeführten Fachsprachenprüfungen, haben 36 Prozent der Prüflinge die Tests nicht bestanden“, teilte die Ärztekammer des Landes auf Anfrage unserer Redaktion mit. Seit 2015 ist die Kammer für die notwendige Fachsprachenprüfung ausländischer Ärzte zuständig.

Auch das Schweriner Wirtschafts- und Gesundheitsministerium mahnt. „Es ist wichtig und absolut notwendig, dass Ärzte gut vorbereitet in den Dienst einsteigen, hierzu zählt neben dem fachlichen Wissen vor allem das Erlernen der deutschen Sprache“, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fürchtet sogar, dass jährlich mehr als 30 000 Behandlungsfehler bundesweit auf mangelnde Deutschkenntnisse zurückzuführen sind.

Um die deutsche Sprache der Ärzte zu verbessern und die Quote der Durchfaller bei Prüfungen zu senken, bietet die Ärztekammer in Mecklenburg-Vorpommern seit eineinhalb Jahren Kurse an. 68 Mediziner haben die Sprachkurse der Kammer bislang genutzt.

Trotz der Sprachprobleme steigt der Anteil der Ärzte ohne deutschen Pass auch im Nordosten. Nach Auskunft der Ärztekammer arbeiteten zu Beginn dieses Jahres 757 ausländische Mediziner im Land – 90 mehr als noch ein Jahr zuvor. 684 von ihnen versorgten Patienten in Kliniken, 73 arbeiteten ambulant. Die meisten kamen wie in den vergangenen Jahren aus Polen, Rumänien, Bulgarien und Russland.

Der Anteil ausländischer Mediziner an der Gesamtärzteschaft des Landes stieg damit von 6,5 Prozent zu Beginn 2016 auf aktuell 7,2 Prozent. Damit hat jeder 14. Arzt im Nordosten keinen deutschen Pass.

Seit April 2012 kann jeder Arzt die deutsche Approbation beantragen – unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit und unabhängig davon, wo er seinen Abschluss erworben hat. Entscheidend ist die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes. Wer ein Examen aus EU-Staaten hat, kann bei nachgewiesenen Sprachkenntnissen in der Regel mit einer automatischen Anerkennung rechnen. Insgesamt arbeiten derzeit 32000 ausländische Mediziner in Deutschland.

 

 

 

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