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Schwerin : Auskunft gefordert, Gramkow schweigt

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Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) weigert sich weiterhin hartnäckig zu begründen, warum sie ihre Unterschrift unter die Todesanzeige für eine Altkommunistin gesetzt hat.

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erstellt am 12.Okt.2012 | 08:29 Uhr

Schwerin | Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) weigert sich weiterhin hartnäckig zu begründen, warum sie ihre Unterschrift unter die Todesanzeige für eine Altkommunistin gesetzt hat. Während sie anfangs gegenüber der Öffentlichkeit keine Antworten gab, blockte sie nun sogar eine offizielle Anfrage der Schweriner SPD/Die Grünen-Stadtfraktion ab. "Die Stadtvertreter haben aber einen gesetzlichen Anspruch auf Auskunft", sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Zischke gegenüber dieser Zeitung. Darauf werde die Fraktion weiterhin bestehen.

Gramkow hatte Ende September als Oberbürgermeisterin die Todesanzeige von Hermine Quandt mitunterschrieben. Sie habe eine "langjährige Antifaschistin ehren" wollen, so Gramkow wortkarg. Was jedoch die Witwe des einstigen hohen SED-Funktionärs Bernhard Quandt, die kurz vor ihrem 92. Geburtstag starb, aus dem Kreis anderer Antifaschisten heraushebt und eine offizielle Kondolenzanzeige rechtfertigt, wollte Gramkow nicht erläutern. Ihre Behauptung, sie habe bereits ähnliche Todesanzeigen unterschrieben, hat sie gegenüber der SPD-Grünen-Fraktion ebenfalls nicht belegt. Dazu "nehme ich keine Stellung", ließ sie die Stadtvertreter schmallippig wissen. Die vermuten nun, es handele sich um eine nicht zu untermauernde Schutzbehauptung Gramkows, die den Fall Quandt als einen von vielen erscheinen lassen sollte, obwohl es ein Einzelfall ist.

Während SPD und Grüne sauer sind, weil die Politikerin der Linken ihnen keine nachvollziehbaren Antworten bietet, war für den Landesvorsitzenden der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), Fred Mrotzek, die Unterschrift an sich ein Ding der Unmöglichkeit. Quandt sei glühende Kommunistin gewesen, die die bundesdeutsche Demokratie abgelehnt und bekämpft habe. Auch die CDU hatte Gramkow unangemessene Parteilichkeit vorgeworfen. Gramkow weigerte sich bereits häufiger, den Stadtvertretern Fragen zu beantworten. In den vergangenen Monaten wollte sie nicht mitteilen, wo die Stadt regelmäßig Radarkontrollen durchführt. Auch die Kosten, wie viel das Theater ausgab, um den Zirkus "Roncalli" zu den Schlossfestspielen zu holen, wollte sie nicht preisgeben.

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