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Studie Uni Rostock : Ausgelacht wegen Väter-Elternzeit

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Väter in MV nehmen selten eine Auszeit nach der Geburt ihres Kindes und liegen damit bundesweit auf den hinteren Plätzen

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die Väter Mecklenburg-Vorpommerns nehmen im Vergleich zu anderen ostdeutschen Bundesländern am seltensten die Elternzeit. Nur knapp 28 Prozent der Männer pausieren die Arbeit, um ihr Kind zu betreuen. Bundesweit seien es dagegen fast 35 Prozent. Dies zeigte eine Studie der Universität Rostock und des Landesfrauenrats MV, in der die Elternzeiten von Vätern deutschlandweit miteinander verglichen wurde. Eine Projektgruppe wertete anonymisierte Elterngeld-Anträge der Jahre 2012 bis 2014 in MV aus.

Im Jahr 2015 sank die Väterquote in MV sogar noch weiter auf 26 Prozent, wie aus dem Jahresbericht des Landesamte für Gesundheit und Soziales hervorging. Im Jahr 2016 betrug der Anteil der Väter wieder 27 Prozent.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes landete Mecklenburg-Vorpommern 2014 mit seiner Väterquote im Ländervergleich auf dem viertletzten Platz. Deutlich häufiger nutzten Männer in Sachsen (44 Prozent) und Bayern (42 Prozent) das Elterngeld.

Die Autorin der Studie, Wenke Brüdgam, sagte, sie sei vor allem erschrocken, dass Mecklenburg-Vorpommern bei der Väter-Elternzeit nicht aufhole. Die Quote steige am geringsten. „Ein Fehler passierte bereits 2007 bei Einführung der Elternzeit für Väter. Damals wurde nicht betont, dass Männer auch mehr als zwei Monate pausieren können. Es existiert etwa das 7+7 Modell“, so Brüdgam.

Gut bekannt seien nach ihrer Ansicht ohnehin nur die zwei sogenannten „Vätermonate“, mit denen Familien ihre Elternzeit auf 14 Monate verlängern können. Dabei könnten Väter und Mütter diese Zeiten auch ganz anders aufteilen. Die Autorin betonte, dass auch Frauen Vorbehalte gegenüber dem Väter Konzept haben. „Es geht nicht darum den Frauen Zeit wegzunehmen, sondern die Väter zu stärken“, so Brüdgam. Warum Väter so wenig von ihrem Recht Gebrauch machen, fragte die Studie in Interviews mit Betroffenen. Männer würden sich vor allem in kleineren Unternehmen gegen die Babypause entscheiden, weil es dort schwer sei, sie zu ersetzen. Doch ein Grund erstaunte Autorin Wiebke Brüdgam besonders: „Die Mehrheit der Väter befürchteten von Kollegen verspottet zu werden, wenn sie statt ihrer Frau in Elternzeit gehen würden. Hier gibt es noch Aufklärungsbedarf, etwa bei dem Rollenverständnis.“

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