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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 22:53 Uhr

Ausflug endet auf dem Rübenacker

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2013 | 07:03 Uhr

Stöllnitz | Es sollte ein ruhiger Tag in luftiger Höhe werden, doch der Ausflug für Segelflieger Hartmut Döhler endete gestern gegen Mittag auf einem Rübenfeld.

Hartmut Döhler steht unaufgeregt am Rande der kleinen Straße kurz vor dem Ortseingang Stöllnitz und wartet auf Hilfe. "Die ist schon organisiert", sagt der 76-Jährige und übt sich in Geduld. Gut 100 Meter entfernt liegt sein Segelflieger im grünblättrigen Rübenfeld. Vor gut eineinhalb Stunden sind Döhler und seine Discus 2C in Lübeck-Blankensee in die Luft gezogen worden, damit der leidenschaftliche Segelflieger ein großes Dreieck über Mecklenburg fliegen kann. Bis nach Waren sollte die Reise gehen. "Doch die Thermik hat nicht richtig mitgemacht", sagt Döhler. Der Wind ist an diesem Tag zwar kräftig und böig, aber einen richtigen Aufwind, den hat der Pilot nicht erwischt. Und so hatte der lautlose Gleiter schon nach rund 30 Kilometern stark an Höhe eingebüßt, ist von ursprünglich 900 Metern auf 250 abgesackt. "Da musste ich mich eben nach geeigneten Landeflächen umschauen", sagt Dröhner. Ackerflächen seien dafür geeignet, aber der Bewuchs, so der Lübecker, dürfe nicht zu hoch sein. Da kam das Rübenfeld mit seinen nur kniehohen Blättern gerade recht. "Ich habe die Fluggeschwindigkeit auf ein Minimum reduziert und landete dann", erzählt Dröhner. Immerhin: Um die 70 Stundenkilometer hatte der Flieger mit seinen 18 Metern Spannbreite noch auf dem Tacho, als er den Boden berührte und rund 20 Meter brauchte, um auf dem holprigen Untergrund auszurollen. Die Außenlandung ist geglückt. Einmal mehr. "Rund 100 von ihnen habe ich wohl schon gemacht. Die letzte liegt aber drei Jahre zurück", sagt Hartmut Dröhner, der seit 1963 im Cockpit sitzt, und tausende von Flugstunden absolviert hat. "Passiert ist mir dabei noch nie etwas", ergänzt er.

Gleich müssten seine Kameraden vom Fliegerverein aus Lübeck mit dem Hänger kommen, um den vereinseigenen Segelflieger einzupacken und zu verstauen. Dann geht es auch für Hartmut Dröhner zurück in die Hansestadt - mit dem Auto. Aber der nächste Ausflug im Segelflieger, der wird bestimmt nicht lange auf sich warten lassen und soll dort enden, wo er beginnt: auf dem Flugplatz.

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