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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 14:18 Uhr

Ausbildungsplatzsuche startet immer später

vom

svz.de von
erstellt am 27.Jun.2013 | 07:58 Uhr

Schwerin | Trendwende bei der Ausbildungplatzsuche: Galt noch vor fünf bis sieben Jahren als chancenlos, wer nicht spätestens nach den Winterferien einen Ausbildungsvertrag für den Herbst unter Dach und Fach hatte, beginnen heute immer mehr Jugendliche erst in den Sommerferien damit, sich zu bewerben. Weil das Angebot an Ausbildungsplätzen längst die Zahl der potenziellen Bewerber übersteigt, wiegen sich viele in Sicherheit, auch auf den letzten Drücker noch eine Ausbildung im Traumberuf zu bekommen.

Einen Monat vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind in Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich noch 5100 Lehrstellen unbesetzt, erklärte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesanstalt für Arbeit, gestern bei der Vorstellung der neuesten Arbeitsmarktzahlen. Für die 3500 Jugendlichen in Mecklenburg und Vorpommern, die derzeit noch keinen Ausbildungsplatz haben, stünden die Chancen daher gut, im Land versorgt zu werden, betont Haupt-Koopmann. Allerdings sei es wichtig, dass sie flexibel sind: "Die freien Stellen konzentrieren sich auf wenige Berufe. Wer wenig mobil ist und nicht pendeln mag, muss dann eben auf einen Beruf ausweichen, der in der Wunschliste nicht ganz oben steht."

Mit Flexibilität finde jeder Jugendliche einen Ausbildungsplatz, betont Haupt-Koopmann. Das gelte auch für diejenigen, die die Schule ohne Abschluss verlassen haben - in Mecklenburg-Vorpommern ist das nach Zahlen der Bertelsmann-Stiftung immerhin jeder achte Schulabgänger. "Es stimmt nicht, dass ein Hauptschulabschluss Voraussetzung für eine Ausbildung ist", so die Agenturchefin. Arbeitgeber müssten begreifen, dass sie keine anderen Bewerber bekämen. "Geben Sie jedem eine Chance, der sich bewirbt", wirbt Haupt-Koopmann. Die Arbeitsagentur könne Betriebe mit ausbildungsbegleitenden Hilfen unterstützen. Notfalls biete sich eine Einstiegsqualifizierung an - 60 Prozent der Jugendlichen, die solch ein gefördertes Langzeitpraktikum absolvierten, bekämen anschließend im Betrieb einen Ausbildungsplatz.

Freie Ausbildungsplätze gibt es in erster Linie als Koch/Köchin (473 Stellen), Restaurantfachmann/-frau (414), Hotelfachmann/-frau (350), Kaufmann/ -frau im Einzelhandel (268) und Verkäufer/-in (191). Dem Staatssekretär im Arbeitsministerium Nikolaus Voss zufolge gibt diese Konzentration allerdings auch zu denken: "Wenn unter den Top Five der freien Ausbildungsplätze drei Berufe aus dem Bereich des Tourismus kommen, muss sich die Branche auch Gedanken über die Attraktivität der Ausbildungsplätze machen."

Auch Haupt-Koopmann weiß um "schwarze Schafe in der Branche", die Auszubildende unter Tarif bezahlen und ständige Überstunden verlangen. Dabei seien die Ausbildungsberufe per se attraktiv. Gute Häuser sollten Praktika oder auch Ferienjobs nutzen, um potenzielle Auszubildende davon zu überzeugen.

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