Unternehmerdachverband : Ausbildung für Flüchtlinge

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Unternehmer schlagen für Reaktivierung der überbetrieblichen Plätze

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11. Januar 2016, 08:00 Uhr

Der Unternehmerdachverband VUMV konstatiert eine hohe Bereitschaft der Unternehmer, gezielt auch Flüchtlinge bei der Personalsuche einzubeziehen. „Die zunehmenden Engpässe bei Fachkräften machen flexibler. Darauf kann aufgebaut werden“, sagte Lothar Wilken von der Vereinigung der Unternehmensverbände. Doch klafften Anforderungsprofil und Fachkenntnisse oft weit auseinander. „Jüngste Erhebungen haben gezeigt, dass gut 70 Prozent der Asylsuchenden ohne verwertbare Qualifikation sind. Deshalb wäre es sinnvoll, junge Leute in eine überbetriebliche Ausbildung aufzunehmen“, sagte Wilken. Auf die Strukturen könne an den Berufsschulen des Landes zurückgegriffen werden.

Die überbetriebliche Ausbildung war bis vor wenigen Jahren erforderlich, weil Firmen deutlich weniger Lehrlinge aufnahmen als Schulabgänger da waren.

Die Aufnahme in solche Programme könne einerseits dazu dienen, Fähigkeiten und Neigungen junger Ausländer zu testen und ihnen andererseits die Vorzüge der dualen Ausbildung in Deutschland zu verdeutlichen, sagte Wilken. Unternehmen würden auch Praktikumsplätze bieten. Insgesamt müsse es aber ein ganzheitliches Konzept geben, das unter anderem Deutschunterricht, Wohnen, Kinderbetreuung, Arbeit und Einbeziehung in Sport- und Kulturvereine umfasse. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen, die notgedrungen ihre Heimat verlassen haben, bei uns eine Perspektive finden.“

Bereits Ende vorigen Jahres hatten Unternehmen der Tourismus- und der Logistikbranche auf einer Arbeitsmarktmesse in Rostock Jobangebote für Ausländer unterbreitetet. Knapp 300 Asylbewerber hatten sich dabei informiert.

Etwa die Hälfte der gegenwärtig nach Deutschland kommenden Menschen sei jünger als 25 Jahre. Nicht immer hätten sie die gesuchte Qualifikation. Doch könnten sie diese rasch erwerben, sagte die Chefin der Arbeitsagentur Nord, Margit Haupt-Koopmann. Wie viele nach der Anerkennung ihrer Asylanträge bereits Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern fanden, ist bislang nicht bekannt.

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