Gesundheit : Ausbau der Telemedizin

Oberarzt Dr. Ralf Puls vom Institut für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie der Uni Greifswald hält eine radiologische Videokonferenz ab.
Oberarzt Dr. Ralf Puls vom Institut für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie der Uni Greifswald hält eine radiologische Videokonferenz ab.

Moderne Kommunikationstechnik soll nach Patienten in MV künftig ein Teil der Besuche beim Arzt ersparen.

von
04. Juni 2015, 08:00 Uhr

Die Telemedizin soll nach dem Willen von SPD und CDU Patienten in Mecklenburg-Vorpommern künftig einen Teil der persönlichen Arztbesuche ersparen. Die Nutzung der modernen Kommunikationstechnik sei ein Weg, auf das wachsende Lebensalter der Menschen und die Lücken in der medizinischen Versorgung zu reagieren. „Gerade im ländlichen Raum, wo der unmittelbare Zugang zu medizinischen Angeboten teilweise mit weiten Wegen verbunden ist, hilft Telemedizin den Draht zwischen Patienten und ihren behandelnden Ärzten zu verkürzen“, erklärte der SPD-Abgeordnete Julian Barlen gestern im Schweriner Landtag. Telemedizin könne medizinisches Fachpersonal nicht ersetzen, aber ärztlichen Rat standortunabhängig zugänglich machen. Der Landtag forderte die Regierung auf, den Telemedizin-Beirat wieder einzuberufen und mit dessen Hilfe die Angebote weiterzuentwickeln.

Kritik kam von der Opposition, die dem Ansinnen der Regierungsparteien zwar prinzipiell zustimmte, aber konkrete Schritte vermisste. Durch telemedizinische Anwendungen wie etwa die videogestützte Datenauswertung durch Experten könne Patienten schneller geholfen werden. Doch lasse die Koalition offen, wie viel Geld sie für die Weiterentwicklung des Konzepts „Telematik im Gesundheitswesen“ bereitstellen wolle, beklagte der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin. Unklar bleibe, wie bisherige Einzellösungen, von der Notaufnahme über die Akutversorgung bis hin zur Weiterbehandlung in der ambulanten Praxis vernetzt werden sollten. „Der Antrag war lediglich eine inhaltsleere Selbstdarstellung“, kritisierte Koplin.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen