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Museum in Neuenkirchen : Aus Leidenschaft zur Luftfahrt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Museum in Neuenkirchen befinden sich auf über 4000 Quadratmetern historische Sammlerstücke rund ums Fliegen

von
erstellt am 06.Mai.2014 | 07:41 Uhr

Momentan wirkt es etwas chaotisch in den Ausstellungsräumen in Neuenkirchen. Die Schleudersitze stehen im Aufenthaltsraum – hier und da wird noch gebaut. „Wir erneuern gerade einige Räume“, erzählt Tomas Langner, Vorsitzender vom Interessenverein Luftfahrt Neuenkirchen e.V.

Auf rund 4000 Quadratmetern befindet sich hier alles, was das „Fliegerherz“ erfreut. Auf dem Außengelände und in den Ausstellungsräumen gibt es alles rund um die Luftfahrt: Luftfahrzeuge, Triebwerke, Schleudersitze, Getriebe und diverse Kleinteile. Allein rund 25 Flugzeuge zählt die Sammlung – vom Jagdflugzeug bis hin zum Agrarflugzeug. „Wir haben die meisten Sachen vom Schrott weggekauft. Die NVA hatte sie damals zu günstigen Preisen abgegeben“, so Torsten Langner. Heute kaufen die Mitglieder des Vereins nur noch selten Flugzeuge, oft wird unter Sammlern getauscht oder es sind Leihgaben.

Angefangen hat alles mit einer Sammelleidenschaft. „1994 habe ich mit den ersten Teilen angefangen“, erinnert sich Torsten Langner. Aus den wenigen Sammlerstücken wurde jedoch bald eine ganze Ausstellung. „Manchmal frage ich mich selbst, warum ich nicht Briefmarken sammle“, fügt Langner hinzu.

Seit 1998 wird die luffahrthistorische Ausstellung in Neuenkirchen betrieben. Derzeit sind rund 30 Mitglieder im Verein tätig. Nicht nur ganze Flugzeuge sind im Museum zu sehen. „Es gibt viele Kleinteile in den Ausstellungsräumen“, so der Luftfahrt-Experte. Von Schleudersitzen bis hin zu Ausrüstungen, Triebwerken und Uniformen ist hier alles zu finden. „Doch wir sammeln die Teile nicht nur“, erzählt der Neuenkirchner. „Alle Motoren versuchen wir auch wieder zum Laufen zu bringen.“ Teilweise handelt es sich um Maschinen aus den 60er Jahren oder auch aus dem zweiten Weltkrieg. „Es wird restauriert und wieder in Gang gebracht.“ Häufig sind die Baupläne noch im Internet zu finden, nach denen restauriert werden kann. „Man muss sich erst in die Technik reinfuchsen und hin und wieder auch mal improvisieren.“

Ganz unterschiedliche Gäste haben Torsten Langner bereits auf dem Gelände besucht. Einige melden sich für eine Besichtigung an, andere wiederum kommen ganz spontan am Ausstellungsgelände vorbei. Viele möchten sich dann gern einmal in ein Cockpit eines Jagdflugzeuges oder in einen Hubschrauber reinsetzen, oder interessieren sich für die historische Sammlung aus dem Zweiten Weltkrieg und der NVA-Zeit. „Wir haben teilweise schon Vier-Stunden-Führungen bei uns gehabt. Da saß die Freundin eines Gastes ganz geduldig im Auto vor der Tür und hat gewartet“, erinnert sich Langner und lacht.

Eines der ältesten Ausstellungsstücke ist die MIG 17(glatt), mit einer über 50-jährigen Vergangenheit. Durch Umstrukturierungen im Historisch-technischen Informationszentrum in Peenemünde gelangte das Flugzeug im Frühjahr 2010 ins Museum nach Neuenkirchen. Sie ist eine von insgesamt drei erhalten gebliebenen MiG-17 (glatt) der NVA.

Nicht alles, was in der Ausstellung zu sehen, ist wurde erworben. Einige der Sammlerstücke sind Fundstücke aus der Region. „Hin und wieder finden wir auch mal was“, erzählt Reinhard Wodrig vom Interessenverein. So stammt ein altes Rad von einer Maschine aus dem zweiten Weltkrieg direkt aus der Umgebung.

In den vergangenen 16 Jahren, seit Gründung des Interessenvereins, hat sich allerhand angesammelt und es wird langsam eng im Museum. Doch an Aufhören ist noch lange nicht zu denken. „Wir weichen schon aus, da der Platz hier nicht mehr ausreicht“, erzählt Tomas Langner. Auf dem Flugplatz Neubrandenburg-Trollenhagen steht das neuste Projekt: eine Tornado und eine Phantom aus dem Alt-Bestand des Fliegerhorsts Trollenhagen.

 

 

 

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