Güstrow : Aus für „Haus der sozialen Dienste"

In der Nähstube nehmen Marion Buchholz (l.) und Sylvia Ziegler (r.) die Maße von Silvia Freitag. Noch geschah das in der Demmlerstraße, aber der Umzug in den Bredentiner Weg steht bevor. Foto: Christian Menzel
In der Nähstube nehmen Marion Buchholz (l.) und Sylvia Ziegler (r.) die Maße von Silvia Freitag. Noch geschah das in der Demmlerstraße, aber der Umzug in den Bredentiner Weg steht bevor. Foto: Christian Menzel

Vor eineinhalb Jahren bezog das „Haus der integrativen und sozialen Dienste" sein Domizil. Mit viel Engagement wurden die Räume hergerichtet, zur Eröffnung im März 2011 herrschte große Freude. Nun ist das alles vorbei.

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05. Juli 2012, 06:27 Uhr

Güstrow | Vor eineinhalb Jahren bezog das "Haus der integrativen und sozialen Dienste" (HISD) in der Demmlerstraße 6 sein neues Domizil. Mit viel Engagement und der Hilfe von Sponsoren waren die Räume hergerichtet worden, zur offiziellen Eröffnung im März 2011 herrschte große Freude. Nun ist das alles vorbei. Zum 1. September zieht das HISD aus dem Gebäude aus.

"Der Standort ist aus wirtschaftlichen Gründen und mit Blick auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt nicht mehr zu halten", sagt Burkhard Bauer, Geschäftsführer des Fördervereins Region Güstrow. Das sei so nicht vorhersehbar gewesen, beteuert er. Damals habe die Notwendigkeit bestanden, für Näh-, Schreib- und Bücherstube, Kleiderkammer, Jobklub und Sportchronisten Raum zu schaffen. Hinzu seien viele Integrationsprojekte aus der Rostocker Chaussee in die Demmlerstraße gewechselt, die nun ausgelaufen seien. Neue gebe es nicht. "Das Bündnis für Kinder- und Familienfreundlichkeit, das vom Förderverein mit ins Leben gerufen wurde, ist erwachsen geworden und in ein eigenes Domizil in die Enge Straße 1 gezogen", sagt Bauer ohne Groll, denn für die Aufgaben, die der Verein übernommen habe, sei die "Villa Kunter-Bündnis" im Zentrum der Stadt besser geeignet. Auch Sozialcafè und -küche hätten in der Engen Straße 2 eine neue Bleibe gefunden.

Aber auch bei den in der Demmlerstraße verbliebenen Einrichtungen gab es Veränderungen. So wurde die Bücherstube geschlossen. "Wir hatten Kundschaft, aber nicht genug, es rentierte sich nicht", räumt der Geschäftsführer ein. Ebenfalls bereits geschlossen ist das Schreibbüro. Der Jobklub macht zum Monatsende dicht. "Beide Einrichtungen werden nach der Instrumentenreform vom Jobcenter nicht mehr über Ein-Euro-Jobs gefördert", bedauert Bauer. Die Sportchronisten und die über Bürgerarbeit tätigen Gesundheitsberater haben in der Speicherstraße ein neues Domizil gefunden. In der Kleiderkammer und der Nähstube laufen die Vorbereitungen zum Umzug in den Bredentiner Weg. In der Demmlerstraße 6 verbleiben wird die Güstrower Tafel. "Die Tafel ist ein eigenständiger Verein, der mit dem Vermieter des Objektes verhandelt. Der Standort wurde ja gut angenommen", weiß Bauer.

Der Geschäftsführer macht sich angesichts reduzierter Maßnahmen Gedanken um die Zukunft des Fördervereins insgesamt. Für 2012 sei der Verein arbeitstechnisch abgesichert. "Wird weiter reduziert, muss der Vorstand beraten, wohin die Reise geht", sagt er. Im nächsten Jahr begeht der Förderverein sein 20-jähriges Bestehen.

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