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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 22:47 Uhr

Hohenzieritz : Aus für Gedenkstätte?

vom
Aus der Onlineredaktion

Mit viel Engagement haben historisch Interessierte seit 17 Jahren den Sterbeort von Preußenkönigin Louise wieder als Gedenkstätte gestaltet. Nun sollen Leihgeber Stücke wieder abholen. Der Verein Kulturgut befürchtet das Aus der Gedenkstätte.

Zwischen der Staatlichen Schlösserverwaltung des Schweriner Finanzministeriums und dem Verein Kulturgut Mecklenburg-Strelitz gibt es Streit um die Neugestaltung der Gedenkstätte für Preußenkönigin Louise (1776-1810) in Hohenzieritz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Das Ministerium wies am Donnerstag die Befürchtung zurück, das es ein schleichendes Ende für die Gedenkstätte mit dem Sterbezimmer der Monarchin geben könnte. „Wir werden nichts machen, was die Aura dieser Gedenkstätte verändert“, sagte Ministeriumssprecher Stefan Bruhn in Schwerin.

Vereinsvorsitzender Rajko Lippert hatte moniert, das nach der Übergabe an das Land 2016 weder der Verein noch die Wiederbegründer der Gedenkstätte in eine Umgestaltung und den Umbau einbezogen worden seien. Zudem wurden mehrere Leihgeber vom Land aufgefordert, Gemälde und andere wichtige Stücke aus der Gedenkstätte zurückzunehmen, wie Lippert erklärte. „Wir befürchten, dass der Geist der Gedenkstätte nach und nach verloren geht“, sagte der Vereinschef.

Bruhn kündigte an, das die verantwortlichen Mitarbeiter an diesem Freitag ihre Pläne in Neustrelitz vorstellen wollen. Der Verein solle mehr Vertrauen in die Fachleute der Staatlichen Schlösser- und Gartenverwaltung haben, die auch die Sanierung des ehemals großherzoglichen Schlosses Mirow geleitet hätten.

Die zu ihrer Zeit und danach sehr populäre Preußenkönigin war im Juli 1810 in Hohenzieritz gestorben und unter großer Anteilnahme nach Berlin-Charlottenburg übergeführt worden. Daran erinnerte Jahrzehnte eine Gedenkstätte, die über die Kriegszeit und in der DDR verloren gegangen war. Ein Verein hatte die Gedenkstätte ab dem Jahr 2000 neu belebt, auch mit Hilfe vieler Dauerleihgeber. Hohenzieritz mit seinem englischen Landschaftspark gehört auch zur Königin-Louise-Route, die über Neustrelitz und Gransee (Brandenburg) nach Berlin verläuft.

Das Schloss Hohenzieritz, in dem außerdem das Müritz-Nationalparkamt sitzt, gehört nach dem Ende des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Die bisherige Ausstellung in der kleinen Gedenkstätte hatte zeitweise bis zu 10 000 Gäste angezogen, darunter viele Bustouristen aus Berlin mit Interesse an Adelsgeschichte. Einer der Leihgeber soll auch eine Kaminuhr zurücknehmen, die damals in dem Zimmer stand, als die Königin starb, erläuterte Lippert.

Der Betreiberverein hatte die Ausstellung aus Altersgründen 2016 an das Land übertragen. Laut Lippert kamen im Vorjahr aber nur noch rund 3000 Besucher. „Wenn man künftig nur noch Informationstafeln aufstellen will, dann wird kaum einer den weiten Weg mehr auf sich nehmen“, befürchtet der Vereinschef.

Die zuständige Schlösserverwaltung des Landes hatte für 2017 die „Modernisierung und konzeptionelle Überarbeitung“ für die Gedenkstätte angekündigt. Es müsse jedem klar sein, dass das Land anders als ein privatrechtlicher Verein an die Ausstellung herangehe, sagte Bruhn. Details aus dem „spannenden Konzept“ sollten aber erst am Freitag bekanntgegeben werden. Mit der Schweriner Kunsthistorikerin Friederike Drinkuth, die für ihre historischen Veröffentlichungen zu Mecklenburg-Strelitz schon ausgezeichnet wurde, sei eine ausgewiesene Kennerin für die Gedenkstätte verantwortlich.

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