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Köpfe gesucht : Aus einer Bierlaune zum eigenen Unternehmen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer sich mit Erfolg selbstständig machen will, muss sich möglichst deutlich von Mitbewerbern abheben. Wir zeigen vier Geschäftsideen, mit denen das gelungen ist. Sie alle sind „Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands“.

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 12:53 Uhr

Die Fahrrad-Modemacher
Am Anfang stand zwar keine Schnapsidee, aber durchaus Bierlaune. Die drei jungen Männer, die 2012 in einer WG in der Rostocker Augustenstraße zusammenlebten, waren und sind passionierte Radfahrer – und erledigten so auch ihre Getränkeeinkäufe. Doch eine herkömmliche Tasche mit langem Henkel war dafür denkbar ungeeignet. Ein dritter Gurt, der verhindert, dass Tasche – und Flaschen – nach vorn rutschten, war schließlich die Lösung. Und: Es war der Grundstein für das Modelabel „Auguste 86“, hinter dem bis heute Philipp Heyna, Felix Linström und Marten Brosch stehen – „unterstützt von ganz vielen Freunden“, wie letzterer betont.

„Auguste 86“ bietet individualisierte Jacken und Taschen für Radfahrer an. Die Stoffe dafür werden aus „verantwortungsvollen Quellen“ bezogen und Transportwege möglichst kurz gehalten. „Verarbeitet wird in unserer Rostocker Näherei und die Stoffe kommen aus europäischen Webereien“, betont Marten Brosch, der sich dadurch nicht zuletzt von Billigkonkurrenz, die in Asien produzieren lässt, abgrenzen will. Wobei „Näherei“ ein großes Wort ist, derzeit zumindest sind es Freundinnen und Freunde des Trios, die nach individuellen Maßen der Kunden die bestellten Produkte anfertigen. Doch vielleicht braucht „Auguste 86“ bald wirklich professionelle Näher und Näherinnen. Denn mit einem Auftritt auf der Berliner Fahrradmesse im März haben die Rostocker auch überregional auf sich aufmerksam gemacht. Und seit das Label vor zwei Wochen seinen eigenen Internetshop eröffnete, gingen die Verkaufszahlen weiter deutlich nach oben.

Erste Bewerbungen von „richtigen Schneidern“ hatte „Auguste 86“ jedenfalls schon – für Marten Brosch war das der Moment, in dem er sich zum ersten Mal wirklich wie ein Unternehmer fühlte, erzählt er. Tatsächlich aber verdient er derzeit sein Geld als Angestellter einer Werbeagentur. Für seine Mitstreiter allerdings, einer Student, der andere selbstständig, sei es schon wichtiger, dass das Unternehmen langsam Geld abwirft.

Dass sie sich seit fast einem Jahr „Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands“ nennen dürfen, hilft den jungen Männern dabei, ihr Unternehmen auf ein solides Fundament zu stellen. Denn von der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung, die außergewöhnliche Geschäftsideen und Unternehmergeist honoriert, werden „Auguste 86“ jetzt für ein Jahr nicht nur Experten an die Seite gestellt. Wie andere „Kultur- und Kreativpiloten“ können sie außerdem von einem riesigen Netzwerk anderer Kreativer profitieren. Und: Sie geben ihr Wissen inzwischen selbst weiter. Marten Brosch, der Marketingchef von „Auguste 86“, tourt derzeit als Botschafter für den Wettbewerb „Kreativmacher Mecklenburg-Vorpommern“ durchs Land. Auf mehreren Impulsveranstaltungen – so heute um 18 Uhr in der Rostocker „Orange Lounge“ (Warnowufer 61) – gibt es Anregungen zum kreativen Unternehmersein und Informationen zu dem vom Wirtschaftsministerium geförderten Wettbewerb.

www.auguste86.de
www.kreativmacher-mv.de


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