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Mecklenburg-Vorpommern

19. August 2017 | 07:23 Uhr

Mode : Aufstand gegen Stöckelschuhe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nicola Thorp hatte bestimmt nicht erwartet, dass sie solch eine Lawine lostreten würde – und das mit Stöckelschuhen. Die 27-jährige Londonerin hat in UK eine Debatte darüber entfacht, ob frau noch High Heels tragen soll.

Nicola Thorp hatte bestimmt nicht erwartet, dass sie solch eine Lawine lostreten würde – und das mit Stöckelschuhen. Die 27-jährige Londonerin hat im Königreich eine Debatte darüber entfacht, ob frau noch High Heels tragen sollte. Was anfangs ein arbeitsrechtlicher Streit war, wurde schnell zu einer Frage des weiblichen Selbstverständnisses. Kein Tag vergeht, ohne dass das Thema Stöckelschuhe in Leserbriefen, Meinungsbeiträgen oder Features diskutiert wird. Hat es sich jetzt ausgestöckelt?

Doch der Reihe nach. Nicola Thorp erschien zu ihrem ersten Arbeitstag als Empfangsdame beim Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC) smart gekleidet, aber in Halbschuhen. So gehe das gar nicht, wurde ihr bedeutet, sie solle bitteschön Schuhe mit Absätzen zwischen fünf und zehn Zentimetern Höhe tragen, das würden die Vorschriften verlangen. Thorp weigerte sich: Schließlich würde das gleiche nicht für männliche Kollegen gelten. Thorp ging heim und verfasste eine Petition. Es müsse gesetzlich verboten werden, verlangte sie in ihrer Eingabe auf der offiziellen Webseite des Parlaments, dass ein Unternehmen Frauen dazu zwingen kann, Stöckelschuhe auf der Arbeit zu tragen: „Geltende Dresscodes sind altmodisch und sexistisch.“

Doch tatsächlich ist herrschendes Recht nicht auf Seiten von Nicola Thorp. Firmen, denen ihr äußeres Erscheinungsbild wichtig ist, dürfen von Angestellten verlangen, sich korrekt zu kleiden. Thorps Petition erreichte schnell über 100 000 Unterschriften, was die Schwelle ist, ab der das Unterhaus erwägen kann, ob es das Thema debattieren wird. Auch auf sozialen Medien wie Facebook, Instagramm oder Twitter wurde das Stöckelschuh-Problem heiß diskutiert. Eine Kellnerin postete ein besonders dramatisches Bild: Ihr blutender Fuss nach einer zehnstündigen Schicht in Stöckelschuhen, wie vom Arbeitgeber verlangt. Das hatte ihr den großen Zehennagel gekostet.

Der zuständige Wirtschaftsminister Sajid Javid reagierte mit einer Kurznachricht auf Twitter: „Keine Frau sollte gezwungen werden, High Heels zu tragen. Verantwortliche Arbeitgeber sollten keine Gesetze brauchen, um ihnen das zu sagen.“ Womit der Wirtschaftsminister elegant das Problem umschiffte, eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg bringen zu müssen. Für Nicola Thorp andererseits hat sich das Problem schon erledigt. Ihr Arbeitgeber ließ umgehend die Vorschrift fallen, nach der Empfangsdamen sich in Stöckelschuhe zwingen müssen.

 


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erstellt am 19.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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