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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 14:17 Uhr

Aufstand der Kunstvereine

vom

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erstellt am 23.Mär.2011 | 07:26 Uhr

Teterow/Schwerin | "Die Kultur bleibt ein Stimulus und Seismograph gesellschaftlicher Entwicklungen," hatte Bildungsminister Henry Tesch (CDU) vor gut einem Monat verkündete, als er die Kulturelle Projektförderung des Landes für 2011 vorstellte. In diesen Tagen zeichnet der Seismograph besonders starke Erschütterungen auf, denn nachdem Kunstvereine, Galerien und andere Kulturschaffende nun die Höhe der ihnen zugestandenen Förderung kennen, stehen die Zeichen auf Sturm: Sie seien "entsetzt über die festgelegten drastischen Kürzungen der Fördermittel", heißt es in einem offenen Brief, den die Kunstvereine aus Teterow, Wismar, Wiligrad, Bad Doberan, Ribnitz-Damgarten und Usedom sowie der Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern jetzt an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) richteten. "Wir sehen uns mit überraschenden und nicht nachvollziehbaren Kürzungen um bis zu 85 Prozent bezogen auf die Vorjahre konfrontiert", heißt es. Dies sei nicht mehr zu kompensieren, die "Tendenz zu einer Ära der kulturellen Verarmung" würde immer deutlicher.

Im Bildungsministerium sieht man die Kritik gelassen, will aber das Gespräch mit Kulturschaffenden zu den Vorwürfen suchen. So trifft sich Bildungsminister Tesch morgen im Neubrandenburger Literaturzentrum mit Vertretern der nach eigenen Angaben ebenfalls von Kürzungen betroffenen vier Literaturhäuser des Landes.

Insgesamt, so Ministeriumssprecherin Johanna Hermann, bleibt die Kulturelle Projektförderung des Landes in diesem Jahr stabil bei 9,5 Millionen Euro. Rund 400 Anträge seien gestellt worden, 264 Antragsteller bekämen eine Förderung. Kriterium sei unter anderem, ob ein Projekt von landesweiter oder nationaler Bedeutung sei. Deshalb würde auch der Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" gefördert, der im Juni erstmals in Mecklenburg-Vorpommern, in Neubrandenburg und Neustrelitz, stattfindet. Auch in besondere Höhepunkte der Musikfestivals des Landes und in das "Königin Charlotte Jahr" würden Fördergelder fließen. Weitere Fördermittel würden "Leuchttürme des Landes" erhalten, so das Historisch-Technische Museum Peenemünde - gerade dies ist ein besonderer Kritikpunkt vieler Kulturschaffender.

Die Kulturförderung im Land, so Ministeriumssprecherin Hermann, gehe im Übrigen weit über die Kulturelle Projektförderung hinaus. So stünden in diesem Jahr für Musikschulen 3,4 Millionen Euro, für die 15 Kinder- und Jugendkunstschulen 835 000 Euro, für Bibliotheken (ohne die Landesbibliothek) 336 500 Euro, für Film und Medien 1,043 Millionen Euro sowie für das Netzwerk Kinder- und Jugendbildung 60 000 Euro bereit.


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