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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 22:35 Uhr

Herbststurm Xavier : Aufräumen im Stromnetz

vom
Aus der Onlineredaktion

Sturm richtet im Wemag-Netz hunderttausende Euro teure Schäden an

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Umgefallene Strommasten, abgeknickte Stahlträger, zerrissene Stromleitungen: Der vergangene Woche über Westmecklenburg und die Prignitz gefegte Herbststurm „Xavier“ hat im Gebiet des Verteilnetzbetreibers Wemag Netz zu den größten Sturmschäden seit mehr als 25 Jahren geführt. Selbst stabile Masten einer Hochspannungsleitung habe der Sturm zerstört. Zwischenzeitlich seien 35 000 Kunden ohne Strom gewesen – ein Fünftel der 165 000 Kunden, bilanzierte Wemag-Netz-Chef Andreas Haak gestern. Betroffen seien vor allem ländliche Regionen gewesen. In einzelnen Netzabschnitten habe es so große Schäden gegeben, dass einige Gehöfte bis zu drei Tage ohne Strom auskommen mussten. Etwa 50 eigene Monteure und viele zusätzliche Helfer von externen Partnern, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes wären im Einsatz gewesen. Zwar sei in der Vergangenheit an allen Trassen der Baumbestand regelmäßig zurückgeschnitten worden, erklärte Haak. Gegen einzelne, extrem starke Sturmböen und den durch den vielen Regen aufgeweichten Boden hätten die Vorsorgemaßnahmen aber nicht ausgereicht, so dass Bäume umgestürzt und Äste abgeknickt seien. In einigen Abschnitten waren bis zu 30 Bäume auf die Leitung gefallen. Es werde mehrere Wochen brauchen, um die Schäden in dem 15 000 Kilometer langen Netz zu beheben. Haak rechnet mit Kosten von mindestens einer halben Million Euro.

Kritik am Krisenmanagement und der Informationspolitik wies Haak zurück: Erstmals seit Jahrzehnten sei ein Krisenstab zum Einsatz gekommen, der eng mit den Landkreisen kooperiert habe. Zudem seien über soziale Netzwerke und die Feuerwehren vor Ort betroffene Kunden informiert worden.

Trotz Millionen-Investitionen seien Schäden durch derartig extreme Stürme auch in Zukunft kaum zu verhindern. „Es bleibt ein Restrisiko“, so Haak. In den vergangenen 25 Jahren seien fast alle Ortsnetze verkabelt worden. Allein seit 2012 habe Wemag Netz knapp 156 Millionen Euro investiert. Bis zu 78 Prozent im Nieder- und 41 Prozent im Mittelspannungsnetz seien bereits verkabelt.

Ein Komplettumbau auf einen vor Stürmen sicheren Erdkabelbetrieb stehe aus Kostengründen nicht auf der Tagesordnung. „Das ist nicht zu finanzieren“, meinte Haak. Das würde die Stromkosten für die Kunden in nicht tragbare Höhe treiben. Allein jedes einzelne der zusätzlich notwendigen neuen Umspannwerke würde fünf Millionen Euro kosten.

Auch Kunden der Deutschen Bahn waren von Störungen infolge des Sturmtiefs „Xavier“ betroffen – bundesweit rund 2,5 Millionen Fahrgäste.  
 

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