Prepper-Szene in MV : Aufklärung mit Hindernissen

So genannte Prepper bereiten sich unter anderem mit Konserven auf
So genannte Prepper bereiten sich unter anderem mit Konserven auf

Die Aufklärung zur Prepper-Szene in Mecklenburg-Vorpommern kommt nur schleppend voran.

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21. Juni 2018, 20:45 Uhr

Nach fast einem Jahr gebe es nur wenig Licht im Dunkel, bemängelte der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter, gestern nach einer Sitzung des Innenausschusses im Landtag. Auch die beim Innenministerium eingerichtete Kommission habe bislang nur wenig Erhellendes gebracht.

Im Landtagsausschuss war ein geplantes Expertengespräch über Prepper und mögliche Verbindungen zur Bundeswehr und zum Reservistenverband MV geplatzt. Bundeswehrverband und das Landeskommando MV hatten ihre Teilnahme an der Runde bereits im Vorfeld abgesagt. Kurz vor Sitzungsbeginn meldete sich dann auch noch der Reservistenverband ab. Als Gründe seien Terminüberschneidungen und die laufenden Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen zwei Mitglieder einer Prepper-Gruppe aus MV genannt worden, teilte Ritter weiter mit.

Der Begriff Prepper ist vom englischen „to be prepared“ (vorbereitet sein) abgeleitet und bezeichnet Personen, die sich mit Vorräten auf Unwetter vorbereiten, bis hin zu Anhängern, die den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung befürchten und sich gegebenenfalls mit Waffen vor vermeintlichen Gegnern schützen wollen. In Mecklenburg-Vorpommern waren Sicherheitsbehörden im August vergangenen Jahres bei einer Anti-Terror-Razzia auf das Prepper-Netzwerk „Nordkreuz“ gestoßen. Zwei Mitgliedern der Gruppierung wird die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat vorgeworfen. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft richten sich gegen einen Polizisten und einen Rechtsanwalt.

Eine von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) eingesetzte Experten-Kommission nimmt derzeit die Prepper-Szene im Nordosten unter die Lupe. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob es Verbindungen ins rechtsextreme Milieu gibt. Nordkreuz-Mitglieder sollen auch im Reservistenverband aktiv gewesen sein. Ein Zwischenbericht der Kommission werde für Ende Juni erwartet, teilte Innenausschuss-Chef Marc Reinhardt (CDU) mit. Weitere Informationen über die Prepper erhoffen sich die Ausschussmitglieder aus dem Bundesverteidigungsministerium.

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