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Güstrow : Aufbruch in schöne, neue „Oase"-Welt?

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Es gibt ein neues Basiskonzept für das Bad, das mit drei Millionen Euro in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Dazu läuft eine öffentliche Diskussion, an der sich die SVZ mit einem Stammtisch beteiligt.

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2012 | 12:08 Uhr

Güstrow | Es geht um nichts weniger als um eine Neupositionierung der Güstrower "Oase" für die Zukunft: vom Erlebnis- und Spaßbad zum Erholungs- und Freizeitbad. Der Fokus soll zukünftig auf dem Wellness- und Gesundheitsfaktor liegen. Von rein auf Massenbetrieb abzielenden Spaßfaktoren will man sich abgrenzen. Damit verbunden sind zahlreiche Veränderungen und Neuerungen. So fordert es das neue Basiskonzept (SVZ berichtete), dass unsere Leser gestern im Güstrower Bürgerhaus mit den Verantwortlichen der "Oase" bei einem SVZ-Stammtisch ausführlich diskutierten.

Gleich zu Beginn stellte Edgar Föniger, Geschäftsführer der Stadtwerke Güstrow und der "Oase", heraus: "Ziel des neuen Basiskonzeptes ist es, die ,Oase’ als Alleinstellungsmerkmal für Güstrow zu erhalten und weiterzuentwickeln." Die Stadtwerke würden 100-prozentig hinter der "Oase" stehen. Bei rückläufigen Besucherzahlen müsse man sich aber mit neu zu entwickelnden Angeboten auch neue Besuchergruppen erschließen. Und das sollen laut Föniger vor allem auch Senioren sein. Ein neues Therapiebecken, ein Kneippbecken im Außenbereich und auch ein geplanter "Seniorenspielplatz", ein Trimm-Dich-Pfad, deuten in diese Richtung.

In dieses Konzept will die Rutsche der "Oase", immerhin die längste Wasserrutsche in MV, nicht mehr so recht passen. Das fiel auch sofort den Gästen des SVZ-Stammtisches auf. Die einhellige Meinung: Die Rutsche muss bleiben. Doch Föniger wiegelt ab: "Energietechnisch ist die Rutsche eine Katastrophe. Sie verschlingt 15 Prozent des jährlichen Energiebedarfs der ,Oase’. Zudem ist die Rutsche nicht mehr auf dem neuesten Stand. Ein Neubau würde 600 000 Euro kosten. Für eine einzelne Investition ist das nicht zu rechtfertigen." Also ist die Rutsche im neuen Konzept nicht mehr vorhanden. An ihrer Stelle soll als Anbau das Therapiebecken entstehen.

Künftig könne es dann leider nicht mehr "Auf einen Rutsch nach Güstrow" heißen, warf der Güstrower Peter Krüger ein. Damit habe man bisher immer geworben. "Den Güs trowern ist die Rutsche wichtig." Und Wolfgang Tautz ergänzte: "Die Kinder lieben die Rutsche und den Strömungskanal. Vielleicht kann für die Rutsche eine weniger aufwendigere Lösung gefunden werden." Frank Schlatz, Betriebsleiter der "Oase", erkannte die Rutsche als Attraktion an. Sie würde jedoch nur von wenigen jungen Leuten zu bestimmten Zeiten genutzt. Es sei betriebswirtschaftlich notwendig, nach Angeboten zu suchen, die zusätzliche Gäste anlocken würden.

Die will Schlatz vor allem auch in der Saunawelt, eine der vier Säulen (Wasser-, Sauna-, Sport- und Naturwelt), auf denen das neue Konzept ruht, schaffen. Die Themen Sauna und Wellness sollen durch neue Angebote belebt werden. "Der Bedarf für Verwöhn angebote ist groß. Wir wollen mehr Massagen und Kosmetik anbieten", sagt er.

Große Umgestaltungen sind im Außenbereich geplant. Die Außenfläche werde bisher zu wenig genutzt, sagt Schlatz. Neben dem bereits erwähnten Trimm-Dich-Pfad und den angedachten Kneippbecken ist auch eine Erweiterung der Beachvolleyball-Anlage geplant.

Christian Möller von der DRK-Wasserwacht kann die Neuausrichtung auf Senioren nicht ganz nachvollziehen. "Für Rentner gibt es bereits genug Angebote." Viel schlimmer sei, dass das Kinder- und Schulschwimmen rückläufig sei. "Wir müssen uns auf die Kinder und Jugendlichen konzentrieren. Was bringt es uns, wenn ein paar Rentner im Kneippkanal rumplanschen, wenn die Kinder außen vor bleiben." Die Diskussion geht weiter.

Umfrage unter den Mitarbeitern der „Oase“

Ein Manko beim Erarbeiten des Konzeptes ist, dass die Mitarbeiter nicht genügend einbezogen werden. So sehen es jedenfalls die Mitarbeiter. Ihre Meinung dürfte aber entscheidend sein, haben sie doch ständig den unmittelbaren Kontakt zu den Gästen. Ein weiteres Problem: Aus welchen Gründen auch immer wollen die Mitarbeiter ihre Namen nicht nennen. Gegenüber unserer Zeitung äußerten sie allerdings vertraulich ihre Bedenken. Hier die Zusammenfassung:
• Generell herrscht die Auffassung vor, dass die Verantwortlichen daran denken sollen, dass die „Oase“ nicht für die „Reichen und Schönen“ gebaut wurde, sondern es sollte ein „Bad für alle Güstrower und Gäste“ werden.
• Daher müssen die Preise niedriger werden. Darauf muss auch geachtet werden, wenn das Wellness-Programm erweitert wird, Beispiel Thema Kosmetik.
• Weil Mitarbeiter und Gäste nicht genügend befragt worden seien, ist mit dem Konzept zu viel Geld ausgegeben worden.
• Fast alle Befragten sagen, dass die Rutsche bleiben muss. Auch im Gästebuch gibt es ein Pro für eine Rutsche.
• Die Mitarbeiter warnen davor, den Außenbereich über Gebühr mit viel Geld zu erweitern, weil im Sommer die Seen locken. Das sei „totes Kapital“ sagen sie. Positiv gewertet wird, dass der Spielplatz erweitert werden würde.
• Die Mitarbeiter meinen aber auch, dass diese jetzigen Überlegungen für die Zukunft des Bades gut und notwendig sind.
• Zustimmung gibt es für ein Therapiebecken, aber ein Nein für Überlegungen den Strömungskanal abzuschaffen.

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