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Ratgeber: Eröffnung Girokonto : Auf versteckte Kosten achten

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Vor der Eröffnung eines Girokontos empfiehlt es sich, die Angebote zu prüfen. Denn dutzende Banken buhlen mit den unterschiedlichsten Konditionen um die Gunst der Kunden. Wir erklären, worauf es wirklich ankommt.

svz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 05:36 Uhr

Ohne eigenes Girokonto geht im täglichen Leben fast nichts mehr. Das hat inzwischen auch die Politik erkannt. Die EU legte vor kurzem eine Richtlinie vor, nach der die Banken keinem Kunden mehr ein Girokonto verweigern dürfen. Doch vor der Eröffnung eines Kontos empfiehlt es sich, die Angebote zu prüfen. Denn dutzende Banken buhlen mit den unterschiedlichsten Konditionen um die Gunst der Kunden.

Die individuellen Bedürfnisse seien ausschlaggebend dafür, was das Girokonto unbedingt haben muss und wo rauf man getrost verzichten kann, sagt Annabell Oelmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie empfiehlt, sich vor der Eröffnung eines Girokontos Gedanken zu machen, worauf man bei einem Konto Wert legt und ob dies das jeweilige Angebot abdeckt. "Man sollte vor allem die Kosten vergleichen", rät Julia Topar, Sprecherin des Bundesverbands deutscher Banken. Denn selbst das vermeintlich kostenlose Angebot hat manchmal versteckte Kosten.

Deswegen lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte. Was kostet etwa das Geldabheben im Ausland oder die Überweisung? Teilweise seien etwa kostenlose Überweisungen begrenzt, erklärt Oelmann. Sie rät auszurechnen, wie viele Rechnungen man im Monat überweist. Kommt man mit der begrenzten Anzahl der Gratisüberweisungen aus, kann man auch auf ein Angebot mit unbegrenzter Anzahl verzichten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl zwischen einer Filial- und einer Direktbank. Die Direktbank ist oft die günstigere Alternative. Doch gerade älteren Menschen, die nicht mit dem Internet umgehen können, ist der persönliche Kontakt in einer Filiale vor Ort wichtig. Der Bankenverband rät, die Bank in der Nachbarschaft als Hausbank zu nehmen. Zusätzlich kann man dann noch ein Konto bei einer Direktbank eröffnen.

Wichtig ist zudem die Überlegung, wie viele Geldautomaten man in der Nähe benötigt. Ein möglichst weitläufiges Netz ist aber von Vorteil, denn Geldabheben außerhalb der eigenen Gruppe kostet Gebühren. Deswegen sollte man sich anschauen, zu welcher Gruppe die favorisierte Bank gehört. Die CashPool-Banken, dazu gehören Sparda oder Targo, bieten bundesweit etwa 2900 Geldautomaten an. Die Cashgroup, zu der etwa die Postbank oder die Deutsche Bank gehören, besitzen 9000 Automaten. Weit mehr Möglichkleiten zum Geldabheben bieten die Volks- und Raiffeisenbanken mit bundesweit rund 19 450 Automaten, die Sparkassen kommen auf etwa 25 700 Automaten.

Für Reisende ist zudem der richtige Vertragspartner der Bank unverzichtbar - V-Pay oder Maestro. V-Pay ist nur in Europa einsetzbar. Wenn man nach Asien oder Amerika fährt, sollte man also keine Bank nehmen, die nur mit V-Pay zusammenarbeitet.

Für einige ist vielleicht auch der Dispositionskredit nötig. "Man ist ein bisschen flexibler mit dem Dispo. Man muss ihn ja nicht in Anspruch nehmen", sagt Topar. Allerdings sollte man auf jeden Fall die Konditionen vergleichen, denn die Zinssätze sind mitunter recht hoch. Nur wer den Dispo ohnehin nie nutzt, kann auch einen Zinssatz von 14 Prozent akzeptieren.

Eine Kreditkarte ist vor allem bei Reisen ins Ausland fast unverzichtbar. Bei den meisten Online-Banken gibt es die Kreditkarte kostenlos. Allerdings ist dies häufig mit einem Mindestumsatz verknüpft. In Filialbanken bezahlt man meistens von vornherein für eine Kreditkarte.

Für verzichtbar hält Topar ein Tagesgeldkonto, das bei manchen Konto-Eröffnungen dabei ist. Nur wenn man ohnehin anlegen wolle, sei es nützlich.

Wer mit seiner Bank unzufrieden ist, sollte sie wechseln. Doch viele fürchten den großen Aufwand. Dabei ist ein Wechsel schnell gemacht: Ein Antrag bei einer Direktbank wird in der Regel über das Post-Ident-Verfahren gestellt. Bei einer Filialbank kann er direkt gestellt werden. Das alte und das neue Konto sollten zwei bis drei Monate lang parallel laufen. So können Kunden sicher sein, dass keine Überweisungen und Abbuchungen verloren gehen.

 

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